Die Unfassbaren – Erlebnis Canyon in den USA

Acht Tage lang haben wir uns im Rahmen unseres Westküstenroadtrips Zeit genommen einige der schönsten Canyons der USA zu bereisen.

Das Naturschauspiel war unfassbar, fast nicht zu begreifen.

Die Bilder im Blogbeitrag können nur einen kleinen Bruchteil von dem wiedergeben wie es wirklich war. Denn es war in Echt noch viel schöner, weiter, größer, tiefer. Ihr seht oder besser gesagt ihr könnt euch ausnehmen wie überwältigt ich bin. Wir in Österreich kennen zwar Berge, Gebirge, Gletscher, aber die Canyons sind mit nichts zu vergleichen. Der Hauptgrund warum diese Amerikareise die beste Reise meines bisherigen Daseins war, liegt zu 99% an eben diesen Canyons und den dazugehörigen Nationalparks.

Zion Canyon, Utah

Den Auftakt der Canyontour bildete der Zion Nationalpark im Bundesstaat Utah. Kurz vor der Dunkelheit sind wir am Campground eingetrudelt und konnten nur ausnehmen was uns am nächsten Tag an landschaftlichen Highlights erwarten würde. Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück im Camper gleich mal zum Visitor Center um eine Land- bzw. Wanderkarte zu besorgen. Den ganzen Tag sind wir viele kleinere Wanderstrecken innerhalb des Canyons gewandert. Im Zion wandert man direkt im Canyon, also unten in der Schlucht. Einzig der Berg Angels Landing bietet einen unglaublichen Ausblick von oben herab. Diesen Trail sind wir aber nicht gegangen, da man zu 100% schwindelfrei sein muss und der Aufstieg nicht ungefährlich bzw. sehr anstrengend ist. Mein Bloggerkollege und Fotograf Lukas hat letztes Jahr den Aufstieg aber gewagt und erzählt euch in seinem Blog davon.

Bryce Canyon, Utah

Unser nächster geplanter Canyon war der Bryce Canyon, ebenfalls im Bundesstaat Utah und ca. drei Stunden Camperfahrt entfernt. Schon die Reise dorthin war mit landschaftlichen Schönheiten gespickt. Und nicht nur das. Unser Fahrer, Mr. T., musste sich neben den vielen schmalen Serpentinen auch noch der Herausforderung, einen schmalen, niedrigen Tunnel mit unserem Monstrum von Camper zu durchfahren, stellen. Vor dem Tunnel bezahlt man 15 Dollar an den Ranger, der den Gegenverkehr aufhält und die Fahrer mit ein paar Anweisungen in den knapp zwei Meilen langen Tunnel schickt. Was soll ich sagen, bravourös hat Mr. T. die Challenge gemeistert. Gegen Mittag haben wir unseren Campingplatz bezogen und am Nachmittag einige der schönsten Vista Points mit dem Shuttlebus angesteuert. Wir waren sprachlos ob der roten Felsformationen (Hoodoos) die sich neben und unter uns auftaten. Am nächsten Tag sind wir dreizehn Kilometer entlang des Riem (Schlucht), innerhalb des Canyons und mittendrin rauf und runter gewandert. Dafür haben wir gute sechs Stunden gebraucht. Man darf die Höhenmeter nicht unterschätzen und die vielen Fotostopps noch weniger. Den Bryce Canyon haben wir zum schönsten Canyon unserer Reise ernannt. Aber seht selbst.

Horse Shoe Bend & Antelope Canyon, Arizona

Nach zwei Nächten im Bryce Canyon ging es weiter in den Bundesstatt Arizona. Nach der dreistündigen Camperfahrt kamen wir an unserem Campground mit Blick auf Lake Powell an. Im Antelope Canyon hatten wir am späten Nachmittag eine geführte Tour gebucht. Davor ging es noch zum Horse Shoe Bend. Eine sehr eindrucksvollst Formationen, durch die sich der Colorado River seinen Weg gesucht hat. An kaum einer anderen Stelle kann man den Colorado so bildgewaltig fotografisch ablichten wie an dieser Stelle.  Und der Name ist Programm: Sieht diese Stelle nämlich aus wie ein Hufeisen (Horse Shoe). Vorweg sei aber gewarnt: der Aussichtspunkt ist nicht befestigt und mithin nichts für Menschen mit Höhenangst! 300 Meter geht es steil bergab.

Der Antelope Canyon ist wieder ganz anders und nicht mit vorherigen zu vergleichen. Ist dieser sehr klein und nur mit geführten Touren zu begehen. In kleinen Gruppen werden wir 1,5 Stunden durch die engen, lichtgewaltigen Felsformationen geschleust. Berühmt und bekannt ist dieser Canyon vor allem wegen dem Farbschauspiel, das sich durch den Lichteinfall ergibt. In allen Farben strahlen die Steinwände.

Monument Valley, Utah/Arizona

Monument Valley ist kein Canyon sonder vielmehr eine Ebene auf dem Colorado-Plateau im Indianer-Reservat: Navajo-Nation-Reservation. Die Berge, die sich aus dem Nichts auftun, dienten für viele Western als Filmkulisse. Wir haben für eine Nacht den Campground direkt vor dem Monument Valley bezogen und hatten damit einen wunderbaren Ausblick auf die Gebilde. Das eigentliche Highlight war aber der Schneefall und die minus Drei Grad Außentemperatur. Aber alles halb so schlimm, denn im Camper war es schön warm und gemütlich.

Grand Canyon, Arizona

Das beste kommt bekanntlich zum Schluss und so haben wir die letzten zwei Nächte unseres Camping-Abendteuers im Grand Canyon verbracht. Und ja er ist groß. So groß dass man es nicht fassen kann.

Weder Auge noch Gehirn konnten den Blick vom ersten Aussichtspunkt verarbeiten.

Gute 450 Kilometer ist diese Schlucht lang. Im Vergleich: Österreich erstreckt sich von West nach Ost über 575 Kilometer. Der Canyon ist durchschnittlich 16 Kilometer breit und 1,6 Kilometer tief. Einen ganzen Tag lang sind wir am Riem entlang gewandert und sind mit dem Shuttle Bus verschiedene Vista Points angefahren um immer wieder beeindruckt zu sein. Und weil wir noch nicht genug hatten, haben wir später von Las Vegas aus noch einen Flug mit einer Propellermaschine über den Grand Canyon gemacht. Ein absolutes Erlebnis!

Ich hoffe ich konnte euch zumindest einen kleinen Einblick in dieses Naturschauspiel geben. Solltet ihr eine Reise an die Westküste der USA vorhaben, plant bitte genug Zeit für die Canyons ein. Und steuert dabei nicht nur die Vista Points an, sondern nehmt euch Zeit zum Wandern und Spazieren. Es lohnt sich!!

Tipps:

  • Vor der Reise einen Nationalparkpass kaufen. Der Eintritt in alle Nationalparks ist nämlich kostenpflichtig. Diesen Eintritt kann man jedes Mal extra bezahlen oder man erwirbt den America the Beautiful – National Parks and Federal Recreational Lands Pass um 80 Dollar. Diese Jahreskarte berechtigt zum kostenlosen Eintritt in alle Nationtionalparks in ganz Amerika für ein Jahr. Gültig ist der Pass für ein Fahrzeug mitsamt allen Insassen. Für Parks, in denen pro Kopf abgerechnet wird, gilt: Der Passinhaber und 3 weitere Personen sind frei.
  • Der Antelope Canyon ist am schönsten rund um die Mittagszeit, weil die Sonne steil von oben rein scheint. Generell sind die Touren teilweise Wochen im Vorhinein ausgebucht. Also unbedingt zeitig vor eurer Reise von zuhause aus buchen!
  • Bei den Wanderungen durch die Canyons genug Zeit einplanen. Die Fotostopps nehmen sehr viel Zeit in Anspruch und man will die Landschaft ja auch genießen!
  • Die Wegdauer zwischen den Canyons nicht unterschätzen! Schon gar nicht mit dem Camper.
  • Das Wetter nicht unterschätzen. Wir hatten Mitte Mai bei Monument Valley und im Grand Canyon Minusgrade in der Nacht und an zwei Abenden sogar Schneefall!
  • Zwiebellook ist angesagt: Gerade bei den Wanderungen in den Canyons. Oben an den Riems entlang pfeift gerne ein kalter Wind, nächtens kann es sogar im Mai unter Null Grad haben und wenn die Sonne raus kommt, hat es untertags gerne auch knapp dreißig Grad.

Und keinesfalls die Reiseversicherung vergessen!

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2 Comments

  • Hallo Silvia
    Was für ein gigantischer Ausblick schon auf den Bildern. Ich kann mir gut vorstellen, wie winzig man sich dort plötzlich fühlt und überwältigt. Danke fürs Mitnehmen. So eine Reise vergisst man sein Leben lang nicht mehr.
    Liebe Grüße

  • Doris sagt:

    Liebe Silvia, jetzt hat es mir die Ganslhaut aufgestellt beim Lesen. Faszinierend, Faszinierend. Es ist unvorstellbar wie gigantisch, riesig diese Valleys sind. Ich kenn es ja nur vom Fernsehen und Erzählungen. Danke für deinen Bericht <3

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