Kanadische Schönheit: Die Seeprovinz Nova Scotia (Ein Gastbeitrag)

Heute schreib ich mal nicht selber. Heute gibt es einen Gastbeitrag von meinem Ehemann, der letzten September die landschaftliche Schönheit Nova Scotia erleben durfte. Leider ohne mich. Aber dafür hat er viele Fotos mitgebracht und einen schönen Gastbeitrag über die Kanadische Provinz verfasst.

Tag 1: Anreise nach Halifax

Die Anreise erfolgte mit Lufthansa und Air Canada von Linz über Frankfurt und Montreal nach Halifax. Diese war sehr angenehm, obwohl zwei Mal umsteigen erforderlich war. Die kurzen, aber ausreichenden Umsteigezeiten nutzte ich um mir die Beine zu vertreten. Air Canada bietet auf der Langstrecke von Frankfurt nach Montreal ein sehr modernes Fluggerät (Boeing/Airbus) mit In-Seat Entertainment auch in der Economy Class und daher verging der Flug über 7,5 Stunden sehr schnell. Auch der Sitzkomfort und die Beinfreiheit sind für Economy echt in Ordnung.

Nach der Ankunft am Flughafen Halifax übernahmen wir unsere Mietautos und fuhren ca. 1,5 Stunden in die Küstenstadt Lunenburg zum Lunenburg Arms Hotel & Spa (ca. 120km). Dieses kleine Boutique Hotel befindet sich in ausgezeichneter Lage in dieser kleinen Stadt. In nicht einmal fünf Minuten Gehzeit erreicht man vom Hotel aus den kleinen Fischerhafen, an dem sich einige kleine Restaurants und Bars befinden. Das Hotel versprüht einen altehrwürdigen Charme. Die Zimmer sind groß, mit etwas verstaubtem Mobiliar ausgestattet, aber trotzdem freundlich. Vor allem die Aussicht über den kleinen Hafen und die Bucht ist atemberaubend.

Danach spazierten wir zum Restaurant Grand Banker Bar & Grill um Abend zu essen und erhielten bereits dort einen ersten Einblick, was uns die nächsten Tage kulinarisch in Nova Scotia erwarten würde. Die Speisekarte dieses gemütlichen Lokals besteht zwar hauptsächlich aus fangfrischem Seafood, aber auch Steaks und viele  andere Fleischgerichte werden angeboten. Die Speisen waren allesamt perfekt zubereitet und die Preise für nordamerikanische Verhältnisse sehr günstig. Der Service war witzig und vor allem aufmerksam. Super war auch die Getränke-Karte mit einer tollen Craftbeer Auswahl.

Lunenburg

Lunenburg

Tag 2: Lunenburg – Pictou

Wie ich schon aus vielen vorhergehenden Reisen nach Nordamerika gewohnt bin, wacht man gerade nach der ersten Nacht sehr zeitig auf.

Die Zeitverschiebung macht es möglich, aus einem grundsätzlichen Langschläfer einen Frühaufsteher zu machen.

Daher spazierte ich zeitig am Morgen durch die Stadt um am Fischerhafen den herrlichen Sonnenaufgang zu genießen und erste Fotos zu machen. Zum Hotel zurückgekehrt, gab es dann Frühstück. Das Angebot war zwar nicht sonderlich vielseitig, aber trotzdem positiv erwähnenswert, weil normalerweise ein continental breakfast in Nordamerika lediglich aus Bagel, Toast und Kaffee besteht. Im Lunenburg Arms Hotel wurden zusätzlich aber auch Pancakes und diverse Früchte und Jogurt angeboten.

Lunenburg Sonnenaufgang

Lunenburg Sonnenaufgang

Lunenburg Hafen

Lunenburg Hafen

Nach dem Frühstück stand eine Guided Tour durch die Stadt an. Lunenburg bietet ihren Gästen kostenlose Stadtrundgängen mit erfahrenen einheimischen Guides. Die natürlich einige Geschichten zu historischen Gebäuden, Kirchen und kleineren Monumenten der Stadt auf Lager haben. Must-See ist sicher das Fisherman Monument am Hafen, welches an viele Fischer erinnert, die nicht mehr lebend vom Meer zurück gekommen sind. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg Richtung Nordwesten zur Bay of Fundy und legten noch in Lunenburg einen Fotostop auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht ein, um Fotos von der Stadt mit den vielen bunten Häusern zu machen.

Typisches Haus in Lunenburg

Typisches Haus in Lunenburg

Lunenburg3

Anfänglich führte uns die Fahrt entlang von tollen Küstenlandschaften, Buchten und bunten Fischerdörfern.

Danach fuhren wir durch unendlich scheinende bewaldete Landschaften, welche mit hunderten, oder wahrscheinlich tausenden Seen durchsetzt sind.

on the road

on the road

Dirty Rafting

Der nächste Programmpunkt brachte uns nach Maitland zum Shubencadie River, auf welchem ganz spezielle Rafting Touren angeboten werden. Der Fluss ist kein Gebirgsfluss, sondern trocknet bei Ebbe sprichwörtlich aus. Die Flut drückt jedoch wieder Meerwasser in das Flussbett, was zu extremen Stromschnellen führt. Vom Veranstalter wird empfohlen, alte Badekleidung anzuziehen, da das Wasser aufgrund der vielen Schwebstoffe ziemlich braun ist.

Man bekommt dann aber doch Gummistiefel und gelbes Ölzeug und könnte damit jedem Seebären Nova Scotias rein optisch Konkurrenz machen.

Die Tour findet in Schlauchbooten für bis zu acht Personen mit kräftigen Motoren statt und mit Fortdauer der Flut werden die Wellen und Stromschnellen immer höher und die Fahrt durch diese spektakulärer. Das Ölzeug und die Gummistiefel verhindern zwar nicht, dass man komplett durchnässt ist, aber die Fahrt über die Wellen ist wirklich ein Erlebnis und sehr lustig. Die Tour dauerte an die 2,5 Stunden, was ich persönlich als zu lange empfand. Ich denke eine Stunde Fun würde auch reichen, gerade auch deshalb, weil Ende September die Luft- und Wassertemperaturen für Wasseraktivitäten schon etwas kühl sind und leider keine Neoprenanzüge zur Verfügung gestellt werden.

Shubenacadie River

Shubenacadie River

Danach fuhren wir weiter Richtung Norden nach Pictou und checkten im wunderbar gelegenen Pictou Lodge Beach Resort direkt am Atlantik ein. Dieses klassische Resort bietet 49 Zimmer im Motel Stil. In der Mainlodge und dem ausgezeichneten Restaurant finden oft Hochzeiten und auch andere Feierlichkeiten statt. Insgesamt haben wir an diesem Tag 280 Kilometer zurückgelegt.

Tag 3: Pictou – Ingonish (Cape Breton Highlands)

Gleich ein morgendliches Highlight: ein A la carte Frühstück mit allen erdenklichen Köstlichkeiten. Serviert wurden neben diversen Omlettes auch Wurst, Käse, frische Pancakes, Jogurt mit Früchte, Müsli usw. Nach dem üppigen Frühstück waren wir für die Aktivitäten dieses Tag ausreichend gestärkt. Leider hat sich zwischenzeitlich das Wetter verschlechtert und wir fuhren im Regen über  Baddek zu North River Kayak Tours auf Cape Breton Island. Geplant hatten wir eine Kayaktour zu verschiedenen Meeresbuchten der zerklüfteten Küste, bei welcher meist auch Wale beobachtet werden können. Leider mussten wir die Tour jedoch aufgrund des starken Regens absagen und konnten uns stattdessen über die Gastfreundschaft des Chefs „Angelo“ erfreuen. Danach fuhren wir noch ca. eine Stunde zur Keltic Lodge at Highlands, welche bereits im Cape Breton Highlands National Park liegt. Das weitläufige Resort hat einen ausgezeichneten Ruf und bietet hochwertige Zimmer, ein Spa, ein ausgezeichnetes Restaurant uvm.. aber vor allem eine einzigartige Lage auf den Klippen direkt am Atlantik. Insgesamt sind wir an diesem Tag 320 Kilometer gefahren.

Ingonish Keltic Lodge

Ingonish Keltic Lodge

Ingonish Keltic Lodge

Ingonish Keltic Lodge

Ingonish Keltic Lodge

Ingonish Keltic Lodge

Tag 4: Ingonish – Baddeck

Den heutigen Tag verbrachten wir im Cape Breton Higlands Nationalpark mit seinem berühmten Cabot Trail. Man fährt hauptsächlich entlang der vielseitigen Küste. Diese Strecke ist eine der schönsten Küstenstraßen, die ich jemals befahren habe. Als Höhepunkt des Tages stand eine ca. 10-Kilometer lange, gemütliche Wanderung am Skyline Trail am Programm. Hier wandert man hoch über der Küste und der Ausblick auf das Meer ist phänomenal.

Unbedingt ein Picknick an einem der vielen Scenic Viewpoints einplanen.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Baddeck – einem weiteren Küstenort – mit seinem berühmten Alexander Graham Bell Museum. Genächtigt haben wir im Inverary Resort on Baddeck Bay. Das Hotel zeichnet sich durch seine zentrale Lage aus. Die Zimmer sind jedoch eher klein und leider schon sehr abgewohnt. Insgesamt haben wir an diesem Tag 200 Kilometer zurückgelegt.

Skyline Trail

Skyline Trail

Klaus am Skyline Trail

Klaus am Skyline Trail

Cabot Trail

Cabot Trail

Skyline Trail

Skyline Trail

Skyline Trail

Tag 5: Baddeck – Halifx

Der heutige Tag brachte uns zurück nach Halifax, der Hauptstadt der Provinz Nova Scotia. Die Stadt samt Umlandgemeinden hat ca. 390.000 Einwohner und liegt natürlich auch direkt am Atlantik. Es gibt eine Menge an historisch interessanter Sehenswürdigkeiten wie zb. den Citadel Hill mit seinen Wehranlagen oder das Pier 21 Museum. Die Innenstadt selbst ist kompakt und kann sehr gut zu Fuß erkundet werden.

Halifax

Halifax

Halifax Lunch

Halifax Lunch

Mein Tipp: Spaziergang zur historischen Waterfront. Dort gibt es eine große Auswahl an kulinarischen Spezialitäten.

Am Nachmittag konnten wir noch den Fairview Cemetery besuchen. Auf diesem Friedhof sind unteranderem Opfer der Titanic Katastrophe beerdigt. Danach fuhren wir nach Peggy´s Cove, einem Fischerdorf, welches auf Granitfelsen erbaut wurde. Bekannt ist das Dorf für seine bunten Fischerboote und der berühmte Leuchtturm ist einer der meistfotografierten Plätze Kanadas. Dieser Ort wird aber von Gästen regelrecht gestürmt – vor allem eine Vielzahl an Kreuzfahrtgästen besuchen Peggy´s Cove fast täglich. Genächtigt haben wir im Delta Halifax Hotel, welches sehr zentral liegt und mit großen, modern ausgestatteten Zimmern punktet. Super war das große Frühstücksbuffet. Zurückgelegt haben wir ca. 350 Kilometer.

Peggys Cove

Peggys Cove

Peggys Cove

Peggys Cove

Peggys Cove

Peggys Cove

Tag 6: Halifax und Rückflug

Am Vormittag hatten wir noch die Gelegenheit das Maritime Museum of the Atlantic zu besuchen. Dort gibt es viele interessante Ausstellungsstücke zum Thema Schifffahrt, unter anderem eine große Ausstellung zur Titanic. Auf der Fahrt zum ca. 30 Minuten entfernten Flughafen machten wir noch einen Stopp am Halifax Shopping Center. Musste doch der sehr günstige Canada Dollarkurs ausgenutzt werden. Der Rückflug über Toronto und Frankfurt war wiederum sehr angenehm.

Maritime Museum

Maritime Museum

 

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