KraftQuelle Kitzbühel: Martina Egger im Interview zum World Yoga Day

Zum World Yoga Day heute gibt es, wie wäre es anders zu erwarten, einen Yoga-Beitrag. Und zwar ein Interview mit Martina Egger von der Kraftquelle Kitzbühel. Martina und ich hatten sofort einen Draht zueinander als wir uns im STOCKresort bei den Ski & Yogatagen im Jänner diesen Jahres, kennen gelernt haben. Ihre Ausstrahlung, ihre Weise Yoga zu praktizieren und zu unterrichten, generell ihre Art waren mir auf Anhieb sympathisch. Im Interview erzählt sie ein bisschen über sich und was es mit Yoga im Urlaub auf sich hat.

Liebe Martina, stell dich und die KraftQuelle bitte kurz vor?

Ich bin Martina, gebürtige Kitzbühelerin und Mutter zweier Kinder. Nach sechs Jahren Studium der Humanmedizin in Innsbruck und Wien habe ich kurz vor dessen Ende meinem Bauchgefühl vertraut und mich neu ausgerichtet. Es folgten mein Diplom zur Hebamme, mein Master in der Trad. Chinesischen Medizin (nach 8 Jahren Ausbildung) und 4,5 Jahre Ashtanga & Hatha Yogalehrerausbildung mit BDY/EYU Zertifizierung.

2011 habe ich mir mit der Eröffnung meiner KraftQuelle in Kitzbühel, meinen jahrelangen Herzenswunsch erfüllt!

Mit der KraftQuelle ist ein Zentrum für komplementäre Vorsorge und Gesundheit entstanden. Hebammenpraxis, Yogazentrum (BDY/EYU Mitglied), Praxis für komplementäre Vorsorge&Gesundheit, Seminar und Vortragszentrum – vier Bereiche, die es ermöglichen, Menschen dort abzuholen wo sie gerade stehen und sie ein Stück zurück in ihre Eigenverantwortung für ihr Gesundsein zu begleiten.

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Wie bist du zum Yoga gekommen?

Bereits als Kind kam ich über meine Mama mit Yoga in Berührung. Ich habe es zwar nicht selbständig geübt, durfte aber regelmäßig dabei sein, wenn meine Mama mit ihren Freundinnen zum Yoga ging. Ich denke da wurde bereits der Samen für mein persönliches Wachstum gesät. Als ich mit 28 Jahren schwanger wurde und schmerzhaft erfahren musste, wie es sich anfühlt im Stich gelassen zu werden, habe ich mich weiter auf den Weg gemacht…

Was zeichnet deinen Yogastil bzw. deine Yogaklassen aus?

Mein Unterricht richtet sich immer nach den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer. So sind meine Stunden immer Themenstunden – unterschiedlich im Inhalt, dennoch immer auf das selbe Ziel hin aufgebaut. Indem das bewusst angeleitete Sammeln von Erfahrungen für meine Teilnehmer im Mittelpunkt steht. Yoga ist Erfahrung – wir bauen Brücken, zwischen dem was wir denken, was wir an Glaubenssätzen und Prägungen übernommen haben, unserem Körper und der bewussten Achtsamkeit für den Augenblick. Das geniale daran ist, dass Fortgeschrittene und Anfänger gleichermaßen ihren Herausforderungen in einer gemeinsamen Übungssequenz begegnen.

Ich unterrichte Yin Yoga, Ashtanga Yoga Innovation und Yogaelements – in allem begeben wir uns auf die Suche nach dem YIN im YANG.

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Was ist deine Lieblingsyogaposition?

Ich liebe Asanas, in denen ich Stabilität und Ausrichtung erfahren kann, Umkehrhaltungen und den Kopfstand.

Deine Lebensphilosophie?

Mein Leben begann, als ich aufhörte anderen zu folgen!

Warum Yoga im Urlaub?

Weil gerade der Urlaub die ideale Möglichkeit bietet, sich fernab des Alltagsstresses bewusst zurückzuziehen. Die Schnelligkeit des Lebens, bietet dafür meist zu wenig Möglichkeiten. Die guten Vorsätze für mehr Pausen halten nicht lange an und der Alltagstrott übernimmt bei der Mehrheit immer wieder die Führung.

So ist bereits die „bewusste“ Entscheidung für einen Urlaub mit täglichem Yogangebot, die Basis für notwendige Entschleunigung und Reflexion.

Diese Angebote wie eben beispielsweise im STOCKresort ermöglichen jedem in seinem Tempo neue Erfahrungen mit sich zu sammeln und diese nachhaltiger ins eigene Leben zu integrieren.

 

Wo siehst du die Vorteile solcher Yogatage in einem Hotel?

Einen großen Vorteil sehe ich hier vor allem für Familien. Hier ist es wirklich möglich regelmäßig am Yogaangebot teilzunehmen, weil die Kinder während der Einheiten gut betreut sind oder mit einem Elternteil eines der vielfältigen Freizeitangebote nutzen. So können sich auch mal die Eltern stressfreier kleine Auszeiten gönnen und Kraft tanken. Außerdem muss man als Gast keine Anreise einrechnen, sondern kann stressfrei vom Zimmer in fünf Minuten im Energieraum sein. Nach einer morgendlichen Yogaeinheit kann man sich mit einem tollen Frühstück belohnen und im SPA entspannen.

Und besonders spannend sind natürlich solche Kombinationen wie Yoga und Ski, bei dem Yogalehrer und Skiguide gemeinsam eine bleibende Urlaubserinnerung schaffen.

Was hälst du von Yoga on snow, yoga am Berg oder auch SUP Yoga? Sinn oder Unsinn?

Grundsätzlich macht alles Sinn. Jede Erfahrung trägt zu unserem Wachstum bei, dennoch sehe ich in all diesen Varianten eher den Spaß und die Abwechslung im Vordergrund.

Stichwort Gesundheitstourismus? Wo geht die Reise deiner Meinung nach hin?

Ganz klar weg von diesen „Mainstreams“ diesem Mitlaufen um jeden Preis. Natürlich hat Kommerz und Co hier im Augenblick seine Finger ganz fest im Spiel. Gesundheit wird versprochen und marketingtechnisch ausgeschlachtet. Aber ganz ehrlich, ist Gesundheit „im Außen“ zu finden? Natürlich nicht, und das wird für viele immer schneller durchschaubar.  Aber natürlich können Anregungen im Urlaub gegeben werden, die der Gast dann vielleicht mit nach Hause nimmt. Sicherlich wird sich auch im Gesundheitstourismus wie einem alten Sprichwort zur Folge – die Spreu vom Weizen trennen.

Wo geht der Yogatrend hin?

Mir liegt es fern, über den Yoga von einer Trendrichtung zu sprechen, wenngleich es aktuell sehr stark polarisiert wird. Viele Menschen gehen zum Yoga, weil es „in“ ist, aber immer mehr Menschen bleiben beim Yoga weil sich nachhaltig Veränderungen in ihrer Lebenspflege erkennen können.

Wo siehst du Chancen bzw. Risiken?

Eine klare Chance sehe ich für den Einzelnen im Erlangen von mehr Bewusstheit. Durch das Stillwerden unseres Geistes kommt mehr Klarheit in unseren Fokus und dadurch wird unsere Unterscheidungsfähigkeit gefördert, welche uns in Entscheidungen für unser Vorwärtskommen im Leben unterstützt.

Ein Risiko sehe ich darin, dass der ursprüngliche Grundgedanke des Yogas langsam verloren gehen könnte.

Wenn man bedenkt, wie die Tradition des Yoga ursprünglich weitergegeben wurde, nämlich über einen wirklich langen Zeitraum vom Meister an den Schüler. Selbsterfahrung und tägliche Übungspraxis war Voraussetzung um lehren zu dürfen. Heute braucht der Yogalehrer keine wirkliche Ausbildung. Qualität geht auf Kosten von Quantität verloren.

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Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich bei Martina für ihre viele Antworten und freue mich sehr darauf Martina bald in ihrer Kraftquelle in Kitzbühel zu besuchen, um dort gemeinsam Yoga zu machen.

 

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