Medewi Surf Homestay – Bali jenseits vom Touristentroubel

Endlich auf Bali. Vor drei Jahren war ich schon mal auf der kleinen, grünen Insel im Indischen Ozean und nun endlich war es erneut soweit. Die Erinnerungen an damals waren einfach so positiv und daher die Vorfreude riesig, trotz brodelndem Vulkan, trotz langer Anreise. Hört man den Namen Bali denkt man unweigerlich an grüne Reisefelder, exotische Tempelanlagen, vermutlich an Julia Roberts in Eat Pray Love und endlose Strände im Süden. 2014 lernte ich Bali so kennen und vermutlich auch lieben. Denn wenn mich jemand fragt, welche Destination mir auf meinen Reisen am besten gefallen hat, dann kommt, als eine davon, Bali. Dieses Mal wollte ich unbedingt das Bali abseits von den Touristenhotspots, abseits der Luxus-Strand-Hotels sehen. Und so verschlug es mich in den Westen der Insel – in ein kleines Dörfchen namens Medewi.

Und hier beginnt meine Geschichte von ersten Surfversuchen, „Mamas“ guter Küche, Ugis Magic Hands und einem ganz besonderem Homestay.

Wie komm ich auf die Insel?

Ja die Anreise von Österreich aus ist lange, aber zB mit Qatar Airways, mit nur ein Mal umsteigen in Doha, unkompliziert. Von Wien in die Hauptstadt von Katar fliegt man fünf einhalb Stunden. Dort hat man drei Stunden Aufenthalt bevor es dann nochmal für knapp zehn Stunden ins Flugzeug Richtung Denpasar geht. Ich muss zugeben, dass ich alles Business Class fliegen durfte und die Anreise damit natürlich mehr als komfortabel war. Aber auch in der Eco Klasse macht die Airline eine gute Figur. Zur Business Class kann ich euch folgendes sagen: der Service ist aufmerksam und sehr freundlich. Die Getränkeauswahl ist gut und das Essen schmeckt wunderbar auch wenn die Portionen fast zu groß sind.

Unbedingt probieren: den alkoholfreien Champagner – der ist ein Gedicht, aber auch vom „richtigen“  unbedingt ein oder zwei Gläser trinken 🙂

In der Business Class kann ich entscheiden wann ich essen möchte und bin an keine fixen Zeiten gebunden. Der Sitz ist komfortabel und lässt sich fast flach machen. Im Amenity-Kit befinden sich Socken, Schlafmaske und ein Lippenbalsam. Zahnputz- und Rasierzeug befindet sich auf der immer sehr sauberen Flugzeugtoilette. Dort gibt es auch eine Handlotion und einen Körperspray von Rituals. Herrlich. Es gibt genügend Ablagefläche bzw. Stauraum beim Sitz und das eigene Schuhfach hat es mir besonders angetan. Einzig vom Bordentertainment hätte ich mir mehr aktuellere Filme erwartet. Im Jahr 2016 wurde die Airline mit den Preisen für die weltweit beste Business Class, die weltweit beste Business Class Airline Lounge und das beste Airline Service Personal im Nahen Osten ausgezeichnet. Mehr Informationen zum Flugangebot von Qatar Airways findet ihr hier >> Die Einreise ins Land ist ebenfalls easy: man benötigt nur einen noch mind. 6 Monate gültigen Reisepass. So Bali here I am.

(c) Qatar Airways

Es geht in den Westen

Nach unseren ersten Tagen in Kuta, geht es weiter nach Medewi. Ein Fahrer, organisiert vom Surf Homestay, in dem wir nächtigen werden, holt uns pünktlich ab und fährt mit uns raus, aus dem lauten Moloch. Der Inselwesten mit seinen schwarzen Stränden, den Moscheen und den kleinen, meist einfachen Unterkünften bildet einen starken Kontrast zu der Partymeile in Kuta, den Luxushotels in Jimbaran und den stylischen Beach Clubs in Seminyak. Medewi ist muslimisch im Gegensatz zu den anderen, hinduistischen Orten in Bali, demnach ruft der Muezzin regelmäßig und laut zum Gebet und es gibt keinen Alkohol (bis auf sehr teures Bier).

Das kleine Dorf bietet trotz ländlichem Charme eine Infrastruktur, die für den unkomplizierten und ich sag mal „einfachen“ Touristen reichen.

Auch wenn es nur 80 Kilometer Wegstrecke sind, brauchen wir zweieinhalb Stunden. Es gibt keine Auto- oder Schnellbahn, aber ziemlich viel Verkehr, an den man sich übrigens erst Mal gewöhnen muss. Das Hauptfortbewegungsmittel sind Mopeds und nicht selten fährt man auf einer zweispurigen Straße zu viert nebeneinander. Gehupt wird dauernd, aber nur um anzukündigen „Ich überhol dich jetzt“ oder „Achtung: ich fahr da jetzt noch raus“. Überraschend für uns Europäer, dass in dem ganzen Verkehrs-Tohuwabohu keine Schimpfwörter oder unpässliche Gesten gebraucht werden. Es ist ein Miteinander im Straßenverkehr und jeder achtet auf den anderen. Ein bisschen Angst haben wir anfangs doch und kontten uns bei der Anreise nicht vorstellen, selber Teil des Straßenverkehrs zu sein, nicht wissend, dass wir einen Tag später schon selbst am Roller sitzen und fleißig mit hupen.

Warum Mike’s Medewi Surfhomestay?

Mike oder besser gesagt Michi ist gebürtiger Salzburger und ein Studienkollege von mir. 2008 entschied er sich als leidenschaftlicher Surfer nach Bali auszuwandern und dort seinen Traum vom eigenen Homestay zu erfüllen. Von der Straße mitten in Medewi fast nicht ersichtlich, taucht man plötzlich ein in eine grüne Oase. Am Gemeinschaftstisch, dem Herzstück des Homestays, werden bei Kaffee aus der direkt angrenzenden halboffenen Küche allgemeine Details zur Unterkunft, den Essenszeiten und natürlich die Programmpunkte für die nächste Tage besprochen. Zimmerkategorien gibt es drei verschiedene. Wir nächtigen in den gerade fertig gestellten Air Con Deluxe Rooftop Zimmern. Wie der Name schon vermuten lässt, sind diese Zimmer mit Klimaanlage ausgestattet und im ersten Stock angesiedelt – Somit schöner Ausblick auf die Umgebung samt Reisfelder. Das Zimmer ist sehr geräumig, verfügt über ausreichend Steckdosen und sogar WLAN – wenn es auch nur in gewissen Ecken des Raumes funktioniert :). Anmerken muss man, dass es nur kaltes Wasser gibt und keinen Fernseher. Braucht man übrigens beides nicht zwingend. Die Temperaturen auf Bali sind immer tropisch warm, eine lauwarme Dusche tut nur beim ersten Mal weh und es gibt genug zu tun als das man einen Fernseher brauchen würde. Eingangs erwähnt sind die Bungalows und Zimmer in einem kleinen „Dschungel angesiedelt“ somit muss man auch mit ein bisschen Getier rechnen: so sitzen abends schon mal Kröten vorm Zimmer und viele kleinere und manchmal auch größere Gekos tummeln sich an den Wänden.

Essen wie bei Mama

Die Hausherrin, die von allen liebevoll Mama genannt wird, kocht selbst für ihre Gäste. Frühstück gibt es quasi a la carte von 7 bis 11 Uhr. Die Bananen-Pancakes mit Honig sind der absolute Oberhammer. Ansonsten bestellt man Omelette, Rührei, frisches Obst und Kaffee.

Und wenn man ganz viel Glück hat, geht Michi in seinen eigenen Garten, pflückt eine frische Kokosnuss und schlägt sie auf. Wer braucht da noch O-Saft!?

Bis mittag sollte man ihr Bescheid geben, ob man abends „zuhause“ oder auswärts isst. Und ich kann nur jedem empfehlen bei Mama daheim zu essen, denn es schmeckt ausgezeichnet. Gegessen wird was auf den Tisch kommt – eben ganz wie bei der Mama zu Hause. Am Tisch stehen dann mehrere Schüsseln voll mit Hühnchen, Curry, Tofu, gebackenem Gemüse, Obst etc. Im Gemeinschaftskühlschrank bunkert jeder Gast seine eigenen Getränke und versorgt sich somit selber. Unkompliziert eben. Wer doch mal außerhalb essen möchte, geht ins Warung Bagus oder Nal’s Kitchen.

What to do in Medewi?

Also was machen wir nun abseits der touristischen Pfade? Zuerst mal einen Überblick über die nähere Umgebung verschaffen und so sitz ich schon hinter Michi am Moped und bekomme gezeigt wo der nächste Supermarkt ist, wo es es zum Strand geht, wo die Kühe weiden und wo denn nun die berühmt berüchtigte längste links Welle rauscht.  Am Strand gibt es einen kleinen Kiosk, der auch Bier verkauft. Ein paar Surfer tummeln sich im Wasser und an Land. Es ist ruhig. Es gibt am schwarzen Strand keine Liegen und bunten Sonnenschirme, kein Geschäftstreiben. Nur die alten, bunten Fischkutter liegen am Strand und lassen vermuten, dass morgens dort geschäftiges Treiben herrscht.

Es fühlt sich ganz anders an als im Rest des Landes. Ich habe das Bali abseits der Touristenpfade gefunden und geniesse es.

Zurück vom kleinen Ausflug wartet schon der Hausherr Ugis mit seinen magischen Händen auf mich. Er ist nicht nur Masseur, vielleicht ein Heiler und ein bisschen Zauberei scheint auch dahinter. Aus ganz Bali reisen Gäste und Einheimische an um sich von ihm behandeln zu lassen. Mein Nacken ist derart verspannt und so knetet und „bearbeitet“ mich Ugis 75 Minuten lang auf nicht immer angenehme Weise, aber es lohnt sich, denn bereits am nächsten Tag fühlt sich alles viel lockerer an. Abends sitzen wir mit den anderen Gästen am großen Holztisch und lassen uns das Essen von Mama schmecken.

Am nächsten Tag sitzen wir schon am Moped (kann man sich im Homestay ausborgen) und sehen uns den „großen Baum“ an, besuchen den Tempel in Medewi, kriegen nicht genug von den Reisefeldern, die momentan nicht mal in saftigem grün stehen und dennoch für uns Europäer schon eine unglaubliche Farbe aufweisen und trinken einen Smoothie in einer der „nobleren“ Hotelanlagen. Das Mopedfahren macht richtig Spaß, man fühlt sich zugehörig. Am Nachmittag ist es dann soweit und wir bekommen unseren ersten Surfunterricht. Michi geht nach ein paar Trockenübungen am Strand einzeln mit uns raus. Naja Naturtalent bin ich keines, aber es hat ziemlich viel Spaß gemacht. An dieser Stelle Danke an Michi für deine Geduld. Müde von den Surfversuchen sitzen wir am späten Nachmittag noch auf den Sesseln vor unserem Zimmer und blicken ins Grün und hören ein bisschen Musik, bevor es abends um 19 Uhr wieder an den Tisch von Mama geht.


Mein Fazit als Homestay Newbie

Ich muss gestehen, es war mein erster Aufenthalt in einem Homestay. Also für alle die wie ich keine Erfahrung damit haben, folgendes: Es ist kein Hotel. Es macht dir niemand das Zimmer sauber. Es wechselt dir niemand die Handtücher (du musst froh sein, wenn du eines von deinem Gastgebern zur Verfügung gestellt bekommst), es gibt keinen Fön am Zimmer, man hält sich an Regeln um das Zusammenleben mit den Hausherrn und den anderen Gästen angenehm zu gestalten.

Die zwei Nächte waren eine super Erfahrung und das Medewi Surf Homestay möchte ich auch unbedingt weiterempfehlen.

Nicht nur das Homestay an sich – schaut euch Bali auch von der ruhigen Seite an. Eine Woche würde ich mich persönlich vermutlich nicht einmieten, da bin ich dann doch zu sehr „Luxustussis“. Natürlich ist es aber eine preiswerte Art seinen Aufenthalt auf Bali zu verbringen! Hier die Kosten für euch aufgelistet: Das Zimmer wie ich es hatte kostet 27,- Euro pro Nacht, Abendessen ca. 4-5,- €, Frühstück kommt auf ca. 2,5 €, das Moped pro Tag auf ca. 4,- €! Alle Infos zum Medewi Surf Homestay findet ihr hier >>

Ich bin froh Bali auch von dieser Seite kennen gelernt zu haben und es war definitiv nicht mein letzter Aufenthalt auf der ewig grünen Insel der Götter.

Reiseversicherung nicht vergessen! Alle Informationen rund um Reiseversicherungen der HanseMerkur findet ihr hier >>

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*Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von Qatar Airways statt. Wie immer spiegelt der Beitrag meine persönliche Meinung wieder.

 

6 Comments

  • Hallo Silvia
    Mit der gleichen Fluglinie sind wir nach Sri Lanka geflogen und ja, auch die Eco ist wirklich sehr angenehm und die ganze Fluglinie hat uns gefallen. Wir sind ebenfalls in Doha zwischen gelandet, jedoch sind wir von München aus geflogen.
    Bali mal anders, und sieht auch sehr gemütlich aus. Für mich persönlich jedoch fast nichts, zumindest wenn ich mit meiner Tochter unterwegs bin. Da liebe ich dann doch den Komfort der Hotels und des nicht putzens. Das Essen von Mama hätte ich jetzt jedoch gerne.
    Liebe Grüße

    • silvia-tichler sagt:

      Ja Qatar Airways kann echt was und ich bin deiner Meinung so eine Kombi aus Homestay und Hotel ist ideal. Nur Homestay würde auch für mich nicht in Frage kommen. In zwei Wochen geht dann der nächste Bali Beitrag online über den Süden der Insel. Da gibts dann Hotels und Beach Clubs 🙂

  • Mira sagt:

    Liebe Silvia,
    Bali möchte ich schon so lange bereisen und deshalb habe ich gleich auf den Artikel von dir geklickt, weil ich einfach mehr wissen wollte! Genau so stelle ich mir nämlich auch einen Bali-Aufenthalt vor: Surfen, ein bisschen mit dem Moped herum fahren und gut essen! 😉 Das mit dem Home-Stay fand ich auch sehr interessant, und könnte ich mir für mich sehr gut vorstellen!
    Und hey, du hast mir extrem lust auf first-class gemacht! Ich muss mir das echt mal bei einem Flug gönnen! 🙂
    Alles Liebe,
    Mira

    • silvia-tichler sagt:

      liebe mira, danke für deine lieben worte und kann Bali echt nur empfehlen. In zwei Wochen geht ein weiterer Beitrag über Bali – dieses Mal den Süden – online.

  • Hannah sagt:

    Hallo Silvia, super schöner beitrag und so tolle bimder! In zwei tagen reisen wir weiter nach medewi und haben definitiv noch mehr Lust jetzt!! 😍
    Alles liebe, Hannah

    • silvia-tichler sagt:

      Ma ich will mit! Wünsch euch eine tolle Zeit dort! Und falls ihr zeit für eine massage habt, dann bucht die bei Ugis im Homestay (geht auch für Nicht-Gäste), ist zwar teurer als im Vergleich zu anderen Massageangeboten aber jeden Cent wert!

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