San Francisco – Bunt & Windig

Ein bisschen wärmer hätten wir es uns vielleicht vorgestellt in San Francisco. Fliegen wir doch in den Bundesstaat Kalifornien, das wir mit Sonne, Baywatch und sommerlichen Kleidern verbinden. Am Flughafen hol ich aber zuerst mal meine Windstopper-Jacke heraus, heißt uns die Stadt am späten Nachmittag nämlich mit kühlem Wind willkommen, der uns den Rest der Tage neben ganz viel Sonne erhalten bleibt.

Nichts desto trotz ist die Freude und vor allem die Aufregung groß, endlich an der Westküste in den USA gelandet zu sein und einem knapp dreiwöchigen Amerika-Abendteuer entgegen zu sehen.

where it starts

Unser California Dreamin Roadtrip startet in San Francisco. Vier Nächte haben wir uns für die amerikanische Metropole am Pazifik Zeit genommen. Wobei das beinahe zu kurz war, denn San Francisco ist wirklich eine bunte (und das wörtlich wie ihr später noch erfahren werdet) Traumstadt, in der man so viel machen kann und der es einfach unglaublich viel zu sehen gibt. Schade nur, dass die Stadt so teuer ist.

Die vielfältigen Stadtteile

Den Reiz der Stadt macht sicher das eher unamerikanische und doch schon europäische Flair aus. Die Stadt setzt sich aus unterschiedlichen Stadtteilen zusammen und bietet gerade deshalb soviel Abwechslung und Sehenswertes. Da gibt es das Hafenviertel mit seinen vielen Piers, die morgens eine wunderbare Laufstrecke darstellen. Ich dachte immer San Francisco sei eine Radstadt, aber nach den Tagen hier stellte sich heraus, dass es eine unendliche Zahl an Läufer gibt. Verständlich denn das Panorama in und rund um die Stadt ist traumhaft. Besonders schön ist es am morgen, wenn noch fast kein touristisches Treiben herrscht, dem Pier 39 und seinen Bewohnern, den Seelöwen, einen Besuch abzustatten und ihnen beim Faulenzen zu zusehen. Im Financial District hingehen unterzieht man sich einer „Manhatteninisierung“ zwischen Wolkenkratzern, Stahl, Beton und Glas.

Die bunten Damen

Mein liebstes Viertel ist aber North Beach. Hier reihen sich die für San Francisco typischen Häuser mit ihren bunten Fassaden, Erkern und Stuckverzierungen aneinander und erinnern an Villenvororte aus einer anderen Zeit.

Die wohl bekanntesten dieser bunten Häuser sind die „Painted Ladies“.

Aufgefädelt stehen mehrere dieser Villen bunt und nostalgisch nebeneinander am Alamo Square und bieten mit den Hochhäusern der dahinter liegenden Innenstadt ein beeindruckendes Kontrastprogramm. Die bunten Damen sind eines der meist fotografierten Motive der Stadt.

Die legendären Cable Cars…

Ein weiterer Grund warum ich San Francisco ins Herz geschlossen habe, ist wohl auch die Tatsache, dass man die Stadt zu Fuß erkunden kann und natürlich mit den legendären Cable Cars.

Im Nachhinein versteh ich erst den Hype um diese öffentlichen Gefährte.

Die Fahrt von A nach B ist ein einziges lustiges Erlebnis. Dicht gedrängt sitzt, steht oder hängt man in den halboffenen Waggonen, sieht dem körperlichen Einsatz des Fahrers zu und folgt seinen strengen Anweisungen. Denn er ist der Herr über die Sitz- und Stehplätze und schlichtet seine Fahrgäste nach einem bestimmten Prinzip.

Das Wahrzeichen

Gestartet haben wir unsere Besichtigungstour aber mit einem anderen Gefährt und zwar dem obligatorischen Hop-On Hop-Off Bus. So bekommt man einen guten Überblick über die Stadt und ihre einzelnen Teile. On top fährt man auch gleich über die Golden Gate Bridge, dem Wahrzeichen der Stadt. Wir hatten besonderes Glück und durften dies zwar bei viel Wind und eisigen Temperaturen, dafür aber mit klaren Sichtverhältnissen und ohne Nebel erleben.

Und auch wir können uns ihrem Bann nicht entziehen und halten jedes Mal inne sobald sie in unserem Blickfeld auftaucht, egal ob vom Hafen, vom Bus, von Alcatraz oder einem Hügel der Stadt.

Der Besuchermagnet

Nicht die steilste aber wohl eine der schönsten Straßen ist die Lombard Street. Nur bergab befahrbar schlängeln sich Autos, Motor- und Fahrräder an der mit Hortensien und Hecken gesäumten sehr sehr kurvigen Straße hinunter. Oben bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf den Hafen runter und weiter bis nach Alcatraz.

Hinter Gittern

Eine Tour zur Gefängnisinsel haben wir übrigens auch gebucht. Die Überfahrt mit dem Schiff dauert keine Viertelstunde und schon finden wir uns in einer komplett anderen Welt. Per Audioguide werden wir gut zwei Stunden über die Insel geführt und erfahren viel Kurioses, Gruseliges und Wissenswertes über die weltbekannte Haftanstalt, die aufgrund der hohen Betriebskosten 1963 aufgegeben wurde.

Für besonders mutige Besucher gibt es auch eine Nighttour.

Die haben wir aber wohlweislich ausgelassen, kann ich mir noch nicht mal CSI ansehen ohne mich im Nachhinein zu fürchten. Die Überfahrt auf die Insel in der Bucht von San Francisco lohnt sich auch wegen des Ausblicks auf die Skyline der Stadt.

Chinesisches Treiben

Zurück am Festland stürzen wir uns zur Ablenkung ins bunte Treiben von China Town, von dem ich mir aber ehrlich gesagt viel mehr erwartet hätte. Bunt und laut ist es zwar, wie in meiner Vorstellung, und trotzdem hat mir Charakter und Flair vollkommen gefehlt.

Weinsinniger Ausflug

Den letzten Tag verbringen wir außerhalb der Stadt beim Wine Tasting in Napa Valley und Sonoma. Die Kalifornischen Weine sind bekannt und beliebt und die Region ist das Aushängeschild des nordamerikanischen Weinbaus. Während im Napa Valley der Cabernet Sauvignon vor dem Chardonnay die erste Geige spielt, haben sich in Sonoma viele Weingüter als exzellente Standorte für die Burgundersorten erwiesen. Von den mehr als hundert Wineries sehen wir uns insgesamt drei an. Wobei ansehen das falsche Wort ist. Geladen sind wir rein zum Weinprobieren. Von den Weingärten und den Weinkellern sehen wir wenig bis gar nichts. Im Nachhinein betrachtet hätten wir die Weine vielleicht doch eher in San Francisco in diversen Bars verkosten sollen, wäre wohl budgettechnisch auf das Selbe hinaus gelaufen.

Wer soll das bezahlen…

Apropos Preisgefüge. Leider ist San Francisco ziemlich teuer. Die Kosten für Essengehen und Barbesuche sind in San Francisco nochmal höher als ohnehin schon in den USA. Das Glas Chardonnay bekommt man außerhalb der Happy Hour nicht unter 10 Dollar, das kleine Bier nicht unter 6 Dollar, eine Pizza im Hafen schlägt gerne mal mit knapp 20 Dollar ein Loch in den Geldbeutel und für den amerikanischen Burger  im Restaurant sind zwischen 12 bis 17 Dollar zu bezahlen. Frühstück im klassischen Diner macht zwar Spaß, sollte aber die Ausnahme bleiben (Portion Waffel mit Ahornsirup 8 Dollar, Eiergerichte nicht unter 10 Dollar,…). Wir haben eine gute Mischung gefunden und bei Starbucks gerne gefrühstückt (Guter Kaffee abseits vom Café Americano und ich liebe deren Bagels mit Frischkäse) und uns abends auch mal ein Sandwich von Subway geholt.

Meine Restaurant/Bar-Tipps

Zum Schluss habe ich noch ein paar Restaurant/Bar-Tipps für euch.

Friends with Benedict: Cooles Pop-up Store Konzept in zwei Locations. So befindet sich das Frühstückslokal mit seinen Signatures Dishes Eggs Benedict zum einen in einem griechischen Restaurant und zum anderen in einem Irish Pub. Serviert werden neben den obligatorisch und wirklich ausgezeichneten Eggs Benedict, auch Pancakes und Omlettes. Leider gibt es nur Café Americano, dafür sind die Mimosas leistbar und vor allem trinkbar.

Happy Hour in der International Cocktaillounge: Um den hohen Nebenkosten Einhalt zu gebieten und trotzdem in den Genuss von Drinks und Barfeeling zu kommen, sollte man in den USA unbedingt die Happy Hours nutzen. Meistens finden diese zwischen 16 und 19 Uhr in fast allen Bars und auch Restaurants statt. Fast wären wir an der Bar in der Nähe der Fishermans Wharf vorbei gelaufen und wären so beinahe nicht in den Genuss der Happy Hour Drinks gekommen. Zudem haben wir mit Ashley, John, Stoner, David und den Hunden Willow und Peaches auch neue Freunde gefunden und lustige vier Happy Hour Stunden verbracht. Ja so kann es gehen wenn der Tequila Sunrise nur 4,- Dollar kostet.

 

Whitechapel Gin Bar: Als bekennende Ginlover mussten wir in die Whitechapel Gin Bar, denn dort tat sich ein wahrer Gin-Heaven mit über 600 verschiedenen Sorten des edlen Gesöffs auf. Die Cocktailkarte überforderte uns maßlos und so entschieden wir uns einerseits für gute alte Klassiker und griffen andererseits dankbar die Tagesempfehlungen auf. Zwei Runden inkl. Oliven, einer Portion Fish & Chips und 170,- Dollar ärmer zogen wir nach zwei Stunden wieder von dannen und können die Bar wärmstens weiterempfehlen!

Crabs: Krabben in allen möglichen Varianten findet man in den vielen Seafood Lokalen in der Fishermans Warf. Als Vegetarier kann ich euch leider keine großartigen Empfehlungen aussprechen, aber meine Mitreisenden meinten, dass ein klassischer Crab Cake ein Must- EAT ist.

Kennt ihr das wenn man in eine Stadt kommt und man sich fragt ob man dort leben möchte? Ich hab das bei meinen Städtetrips immer und das bunte San Francisco ist definitiv eine Stadt, in der ich mir vorstellen könnte zu bleiben.

Und keinesfalls die Reiseversicherung vergessen!

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