Trip Tipp – Von Kitz nach Zürich – Von Almrausch zum Seepicknick

Nach einer kurzen Weile oben ohne erfahre ich bereits wie die beworbenen „genussvollen Fahrmomente“ zu interpretieren sind. Die ersten Kilometer Richtung Tirol lege ich mit offenem Cabrio-Dach zurück, bei Sonnenschein und angenehmen Sommertemperaturen. Der Fahrtwind bläst leicht durchs Haar und das Motorengeräusch von meinem 160 PS Mazda MX5 Roadster habe ich direkt im Ohr. Ungewohnt tief sitze ich, doch so bin ich nah an der Straße und fühl mich in meinem Flitzer wie in einem Go-Kart.

Zuerst noch ein bisschen zurückhaltend werden die nächsten Kurven schon beherzter genommen – mein Roadtrip nach Kitzbühel, Zürich und Feldkirch kann beginnen.

Cabriofun & Roadtrip

Anlass meines sommerlichen Trips ist der jährliche Jahrmarkt in Kitzbühel und die Kooperation mit Mazda Österreich. Mit dem richtigen Auto fängt das Urlaubsfeeling nämlich schon bei der Anreise an.

Schnell war klar – Kitz alleine reicht nicht.

Dieses Jahr wird das Wochenende mit dem besten Freund gepimpt und zwar mit einer Weiterfahrt nach Feldkirch in Vorarlberg (wohnhaft eben dieses besten Freundes) und ins schweizerische Zürich.  In den sechs Tagen tanzten wir auf der legendären Almrauschparty in Rosi’s Sonnbergstube, badeten in der Sonne, picknickten am See, bummelten durch mondäne Einkaufsstraßen, vertrieben uns die Zeit mit Cafèbesuchen und haben uns von einer ganz besonderen Pop Up Hütte in der Tiroler Bergwelt überraschen lassen.

Fahrspaß mit dem Roadster Mazda MX5

Fahrspaß mit dem Roadster Mazda MX5

Auf da Alm da gibt’s ka Sünd

… außer man kommt ohne Tracht zur Almrauschparty.

Am ersten Augustwochenende herrscht ähnlich wie zum Hahnenkammrennen Ausnahmezustand im mondänen Kitzbühel.

Einheimische findet man zwar eher weniger. Die verschanzen sich lieber, wenn hunderte Drindl- und Lederhosenträger aus Salzburg, Oberösterreich, Wien, Südtirol und München bei Rosi in der Sonnbergstubn die Almrauschparty feiern und am Samstag bereits ab Nachmittag im Rahmen des Jahrmarktes durch die Innenstadt ziehen.

Der Dresscode Tracht wird eingehalten und so gibt es die zwei Tage viel Schönes aber auch Kurioses zu bestaunen.

Dresscode Tracht auf der Almrauschparty

Dresscode Tracht auf der Almrauschparty

Trotz strömenden Regens feierten wir mit 800 Partygäste, darunter auch da und dort ein Promi, auf der diesjährigen Almrauschparty bis frühmorgens. Ein Eintrittsticket für den Spaß kostet übrigens 100,- Euro pro Person. Darin enthalten ist das wider Erwarten sehr gute Buffetessen mit Eierschwammerlgulasch, Schweinebraten, Kaiserschmarrn und und und sowie antialkoholische Getränke und der Welcome Drink.

Alkoholische Getränke sind zu bezahlen, aber das zu Preisen, die für jedermann leistbar sind. Die Flasche Weißwein kostet beispielsweise 12,- Euro – Das Kind hat einen Namen und die Ausschreitungen aus den Jahren davor, in denen ALL Inklusive herrschte, sind Geschichte. Angenehm auch der Altersdurchschnitt von sagen wir mal 40 Jahren.

Almrauschparty in vollem Gang

Almrauschparty in vollem Gang

Das Jahrmarkttreiben

Dagegen ist der Jahrmarkt – übrigens DAS gesellschaftliche Top-Ereignis des Kitzbüheler Sommers – ein wahrliches Schnäppchen. Mit 10 Euro Eintritt pro Person spazieren wir durch die Innenstadt. Für beste musikalische Unterhaltung sorgen bereits ab 16 Uhr zahlreiche Musikgruppen aus Nah und Fern. Neben Ständen der Traditionsvereine und Gastwirte reihen sich Tanzböden, Schießbuden und unzählige Attraktionen.

Das Nachtleben spielt sich  nicht wie sonst hinter den Türen ab, sondern vor den Bars und mitten auf der Straße.

Jahrmarkt in Kitzbühel (c) Stadtmusik Kitzbühel

Jahrmarkt in Kitzbühel (c) Stadtmusik Kitzbühel

Jedes Lokal nutzt seine Outdoorfläche bis aufs letzte, denn hier geht es ums Sehen und Gesehen werden. Highlight ist die Hauptbühne auf der die Stadtmusik Kitzbühel – die auch als offizieller Veranstalter des Jahrmarktes fungiert – mit überraschend modernen Klängen aufspielt. Die Clubs wie das Take Five, Jimmy’s oder das Fünferl sind berühmt berüchtigt und demnach auch ausnahmslos überfüllt.

Und trotzdem oder wahrscheinlich genau deshalb macht es jedes Jahr wieder Spaß. 

Pop Up mit viel Herzgmocht’s

Kitschig schön ist nicht nur die Landschaft rundherum, sondern auch das Konzept. Der Begriff „POP UP Hütte“ löst noch keine großen Emotionen aus, sondern will erklärt werden. Bei der Pop Up Hütte von Julia Hopfner und ihrer Schwester handelt es sich um eine knapp 500 Jahre alte Almhütte im Familienbesitz, die in eine Jausenstation umfunktioniert wurde und lediglich, beziehungsweise wirklich schade, nur für zwei Monate ihre knarrigen Holztüren öffnet.

So schnell die Hütte aufgepoppt ist, ist sie auch wieder weg. 

Die beiden Schwestern servieren ihren Gästen von früh bis spät am Fuß der Bichlalm, mit viel Liebe zum Detail viel „Herzgmocht’s“ .

Pop Up Hütte Bichlhof

Pop Up Hütte Bichlhof

So kosten wir uns durch Bruschettas mit selbstgesuchten Eierschwammerln, selbst angebauten Fenchel und natürlich mit Tomaten aus dem eigenen Garten auf selbst gebackenem Brot.

Der Zwetschgenkuchen schmeckt wie bei Oma.

Klar kommt er doch aus einem Ofen, der wohl auch in Großmutters Stube steht. Der Eistee kommt in Vintage-Gläsern daher und gesessen wird auf selbstgenähten rot-weiß mit Spitzen verzierten Kissen. Das Herzblut in diesem Projekt steckt, hört man der geselligen Julia in ihren Geschichten an und kann sie nur beglückwünschen zu dem geschaffenen Highlight inmitten der fast schon viel zu traditionellen Kitzbüheler Gastroszene.

Next stop: Ländle

Bis zum letzten Eckchen reizen wir den Kofferraum des Roadsters aus.

Trotz anfänglicher Skepsis ob wir unsere 3 Sporttaschen, 3 Turnbeutel, einen Kleidersack, die Laptop- und Handtasche in das nur 130l fassende Nichts von Kofferraum verstauen mögen, rastet der Kofferraumdeckel – freilich mit ein bisschen vehementen Nachdruck – ein und wir können unseren Roadtrip fortsetzen.

130l Kofferraum versus viel Gepäck

130l Kofferraum versus viel Gepäck

Next Stopp: Feldkirch im Vorarlberger Ländle. Bei wunderbarem Wetter beschließen wir den Arlberg Tunnel Tunnel sein zu lassen und fahren über den Arlberg Paß – oben offen natürlich.

Die engen Kurven bis in knapp 1.800 Meter Höhe machen übrigens mit dem Mazda gleich doppelt so viel Spaß.

Übern Arlberg ins Ländle

Übern Arlberg ins Ländle

Angekommen fühle ich mich in der kleinen Stadt Feldkirch, bin ich doch zumindest einmal pro Jahr dort um meine Freunde zu besuchen. Die Tage vergehen meist viel zu schnell. Dort wird Prosecco im Weinlokal Bengodi getrunken, werden frische Blumen zu unglaublich günstigen Preisen am Blumenmarkt gekauft und wird in einem der zahlreichen Frühstückslokale gebruncht und viel getratscht.

Auch wenn ich sie manchmal nicht ganz verstehe die Gsi-Berger.

Mehr zu Feldkirch könnt ihr in einem älteren Blogpost nachlesen – Verliebt ins Ländle!

Zürich relaxed

So nah und doch so fern war bislang Zürich. Trotz jährlicher Besuche im westlichsten Bundesland blieb es mir bislang (aus mir unerklärlichen Gründen) verwehrt einen Tag in der Schweizer Stadt zu verbringen. Mit dem Roadster und dem Auftrag des Roadtrips wurden meine Wünsche aber endlich erhört und so bekam ich (m)einen Ausflugstag nach Zürich. Der Wettergott war uns wieder hold und mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Schweizer Autobahnen von 120 km/h blieb das Verdeck während der knapp 2 Stunden dauernden Fahrt, no na net, geöffnet.

Am Weg nach Zürich passieren wir den Obensee

Am Weg nach Zürich passieren wir den Obensee

Ob der teuren Parkhausgebühren in der Innenstadt parkten wir unseren Flitzer etwas außerhalb und fuhren per Straßenbahn ins Zentrum.

Nachdem uns drei unabhängige Quellen das Bebek für unser Frühstück empfohlen hatten, konnte es so verkehrt nicht sein.

Im kleinen mit buntem Mobiliar ausgestatteten und mit Kieselsteinen bedeckten Gastgarten gab es dann orientalisches Allerlei für unsere mittlerweile doch hungrigen Bäuche. So gemütlich der Gastgarten daher kommt, so stylish und schick ist das Innenleben des Restaurants und verspricht lange Abende bei Mezze & Co.

Frühstück im Cafè Bebek

Frühstück im Cafè Bebek

Zwischen Zunfthäusern und teuren Boutiquen

Nun war es an der Zeit ein bisschen Schweizer Luxus zu erleben. Der Name mag täuschen, aber die luxuriöseste Shopping-Meile der Schweiz liegt in der Bahnhofstraße an der sich unzählige Boutiquen, Warenhäuser und Design-Läden reihen. Anzugtragende Herren sowie in Highheels und schicken Kleidern bummelnde Damen sind keine Ausnahme sondern anscheinlich die Pflicht.

Wie finde ich das? Very nice!

Flanierend erreichen wir schließlich die Limmat, der Züricher Hausfluss und Abfluss des Zürichsee. Kleine und größere Boote schippern darauf und verleihen der Stadt einen Hauch Urlaub. So ist das mit den Städten am Wasser, als würde das Wasser die Hektik einfach wegschwemmen.

An der Limmat

An der Limmat

Über eine der Brücken wechseln wir die Seite und befinden uns am rechtsufrige Limmatquai mit den Zunfthäusern, den kuriosen Boutiquen und den vielen verheißungsvollen Seitengässchen. Hinter dem Großmünster inmitten der biedermeierlichen Häuserzeilen finden wir den verträumten und liebenswerten Teil der Altstadt.

Es gibt hier weniger Internationales, dafür aber um so mehr Zürcherisches.

Bellevue oder das Picknick am See

Immer noch zu Fuß erreichen wir den sogenannten Bellevue, einen weitläufigen, zentralen Platz im Herzen der Stadt, der auch als Verkehrsknotenpunkt funktioniert und sich unmittelbar neben dem Zürichsee befindet. Das Wetter schön, die Stimmung relaxed beschließen wir ein Picknick am See zu machen und den Rest des Tages mit Seeblick und liegend im Gras zu verbringen.

Im Buffet Bellevue bewahrheitet sich der Ausspruch „Du sollst dich nicht täuschen“ wieder einmal.

Von Weitem als Imbisslokal am Tramverkehrsknotenpunkt zu erkennen, entpuppt sich das Lokal von Florian Lechthaler als wahres Kleinod an Überraschungen. Von Champagner über Burger, frisch gepresstem Saft und Frozen Yogurt, Pastasalat und vegane Suppen, wird ein einfaches Buffet im urbanen Look zu etwas Einladendem.

Buffet Bellevue in Zürich

Buffet Bellevue in Zürich

Wir leihen uns einen der Picknickkörbe samt Decke, befüllen diesen und suchen uns nur 500 Meter weiter auf der Liegewiese am Zürichsee einen Platz zum Verleiben.

Picknick am Zürichsee

Picknick am Zürichsee

Herrlich relaxed und von Zürich begeistert fahren wir abends zurück nach Feldkirch, von wo es am nächsten Tag in die Heimat Oberösterreich geht und unser Roadtrip nach 1.200 Kilometer endet.

Factbox

Fahrspass garantiert

Für ein verlängertes Wochenende oder einen Roadtrip einfach mal einen Mazda MX5 Roadster ausleihen und Cabriofun erleben: www.mazda.at

Tipp: Der Kofferraum mag auf den ersten Blick klein erscheinen, entpuppt sich bei richtiger Packtechnik aber als (kleines) Raumwunder. Alles in kleine weiche Sporttaschen und Turnbeutel packen – so kann der Platz bis aufs letzte genutzt werden und zur Not da und dort mal eine Jacke oder einen Schuh reinstopfen *g*. Oben ohne fährt es sich bis zu 120 km/h angenehm und mit viel Spaß. (Frisur hin oder her)

Kitzbühel

Eventtipp im Sommer: Die Almrauschparty auf Rosi’s Sonnbergstube www.almrauschparty.at (save the date: 4. August 2017) und der Jahrmarkt der Stadtmusik Kitzbühel (save the date: 5. August 2017)

Almflair wie aus Omas Zeiten mit viel Herzgmocht’s: Pop Up Hütte Bichlhof (hoffentlich poppt sie auch nächsten Sommer wieder auf)

Weintrinken: bei Leo Hillinger 

Nächtigen: im Hotel Schloss Lebenberg – dazu gibts auch einen Blogbeitrag >>

Abendessen: gut tirolerisch beim Eggerwirt oder auf Haubenniveau in der Bergdiele

Weitere Geschichten rund um Kitz findet ihr auch im Kitzbühel Blog

Feldkirch

Alles rund um Feldkirch findet ihr in meinem Blogbeitrag Verliebt ins Ländle

Zürich

Parken: Parkhaus Altstetten (24 Stunden um 15 Franken) und  mit der Straßenbahn in die Innenstadt (Tagesticket: 8,40 Franken)

Orientalisch essen egal ob Frühstück, Mittags oder Abends: Cafè Bebek

Aperol Sprizz am Zürichsee trinken und Picknickkorb packen: Buffet Bellevue

2 Comments

  • lehmann marcel sagt:

    Die Limmat ist der Abfluss des Zürichsee 🙂
    Zufluss ist die Linth!

    Aber es freut mich immer die Artikel zu lesen.
    Weiter so 🙂

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