Ein kulinarischer Streifzug durch Wien

Ankommen und bleiben wollen. So geht es mir immer in Wien. „Es muss damals in Wien ganz interessant gewesen sein…“, so beschrieb Hermann Bahr, Schriftsteller, die Wiener Moderne. Ist es auch jetzt noch, wie ich meine. Immer wieder aufs Neue. Auch dieses Mal waren vier Tage in meiner Lieblingsstadt wieder viel zu wenig. Wobei die Waage schon ihre Einwände hatte. Dieses Mal ging es nämlich kulinarisch durch Wien und das von morgens bis abends.

Ein Hotel, das aus der Reihe tanzt

Ausgangspunkt unseres kulinarischen Trips war das Boutiquehotel The Harmonie Vienna im Servitenviertel im 9. Wiener Gemeindebezirk. Ein Hotel, das im wahrsten Sinne ein bisschen aus der Reihe tanzt. Benannt nach dem Harmonietheater liegt das Hotel nur unweit von der Inneren Stadt entfernt, in einem sehr charmanten, ruhigen Viertel. Vom Hauptbahnhof nehmen wir die Straßenbahnlinie D bis zur Station Bauernfeldplatz (ca. 15 Minuten). Von dort laufen wir zu Fuß keine fünf Minuten zum Hotel. Die Straßenbahnlinie D leistet uns im Laufe unseres Aufenthalts gute Dienste, denn mit ihr kommen wir eigentlich überall hin. Ich fahr übrigens gerne Straßenbahn. So über der Erde hat man eine Sightseeingtour gleich mit dabei. Auffällig beim Betreten der Lobby ist der Videoscreen hinter der Rezeption, auf dem Ballett- und Tanzszenen gezeigt werden. Etwaige Wartezeiten werden so ganz angenehm gestaltet. Einen Blick kann man auch schon in die stylische und doch gemütliche Lounge werfen, die einen mit der angrenzenden Bibliothek an ein Wohnzimmer erinnert. Nachmittags gibt es dort übrigens Tea Time mit kostenlosem Tee und Kuchen für die Hotelgäste.

Doppelzimmer Superior

Der elegante Wiener Stil im Eingangsbereich findet sich auch in unserm Doppelzimmer Superior wieder.

Auf 30m2 haben wir ein großes, sehr komfortables Doppelbett, eine hübsche Wohnzimmerecke und einen Schreibtisch. Besonders toll finde ich das Badezimmer. Erstens weil es sehr geräumig ist, viel Ablagefläche bietet und es hat ein Fenster. Das Zimmer wird wirklich zu unserem Rückzugsort während dem umfangreichen Programm, das wir haben. Ein Rückzugsort für einen kurzen Nachmittagsschlaf, Lesezeit im Bett oder zum Emailchecken und Teetrinken.

 

Hotelfrühstück: Bio & Regional

Super ist auch das Frühstück. Am Frühstücksbuffet gibt es nämlich von 7 bis 10:30 Uhr regionalen Biogenuss mit frisch zubereiteten Smoothie, Bio-Brot, Freilandeier, Wurst und Käse vom regionalen Lieferanten. Zusätzlich zum Buffet gibt es eine kleine A la carte Karte. Prosecco gibt es die ganze Woche über. Ich war übrigens schon mal im Harmonie Vienna. Meinen Blogbeitrag von damals findet ihr hier >>

Cafemima – Frühstück am Markt

Das Cafemima ist ein kleines sympathisches, buntes Lokal am Karmelitermarkt im 2. Bezirk, das von Montag bis Samstag Frühstück und kleinere Speisen anbietet. Neben dem klassischen Wiener Frühstück finden wir ein veganes Frühstück mit Roggenbrot, Hummus, gegrilltem Gemüse und Sojajogurt. Ich entscheide mich für das mima Frühstück mit Ziegenfriegkäse in Sesam paniert, Jogurt mit Minze und Honig sowie jeder Menge Gemüsesticks. Zusätzlich können wir Porridge, Marmelade, Omlettes und alles weitere, was das Frühstücksherz begehrt, bestellen. Wir sind begeistert! Kleine Anmerkung: Gerade im Winter empfiehlt es sich vielleicht ein bisschen später zu kommen, da es um 9 Uhr morgens doch noch sehr frisch im Lokal ist. Ein frisch gebrühter Kaffee wärmt aber schnell.

Drinks, Dinner & Dance in der Albertina Passage

Mein absolutes Highlight des kulinarischen Trips durch Wien war die Albertina Passage. Nein es lag nicht am rosa Karnickel, das beim Eingang sitzt. Hat aber sicher dazu beigetragen. Spaß beiseite.

Die Albertina Passage ist eine Mischung aus Restaurant, Club und Bar und liegt im Untergrund gleich neben der Albertina bzw. der Staatsoper.

Von oben kann man nicht im Ansatz erraten welches Juwel sich hier verbirgt. Die Raum ist riesig, die Einrichtung opulent, plüschig und in violett/braun/weiß gehalten. Durch Vorhänge sind die Essecken voneinander abgetrennt. Unterschiedliche Ebenen und Essensgruppierungen durchbrechen ebenfalls den Raum. Herzstück ist die weiße Bühne samt Bar. Um 22 Uhr, während wir gerade unser Herz an knusprigen vegetarischen Frühlingsrollen, Steak, Mango Tiramisu und einem Valhrhona Bitter Schoko Kuchen verlieren, beginnt die Live Band zu spielen. Die ersten Gäste beginnen zu tanzen. Die Drinks an der Bar schmecken den schick gestylten und gut gelaunt Gästen immer besser. Die Albertina Passage ein absolutes Muss bei eurem nächsten Wien-Besuch. Auch ich und Mr. T haben für unseren Hochzeitstag (den wir in Wien verbringen werden) schon einen Tisch reserviert.

Dolce Vita im 1500 Foodmakers

Das Restaurant 1500 Foodmakersdach befindet sich im 25Hours Hotels direkt beim Museumsquartier. Es ist so ganz anders als übliche Hotelrestaurants. Die Einrichtung ist super stylisch im shabby Industrie-Schick gehalten. Gekocht wird italienisch. Klassiker wie Cardinale oder Capricciosa sucht man hier vergeblich, dafür gibt es Pizza mit Taggiasca-Oliven und Ziegenfrischkäse, Lauch, Knoblauch und Speck. So wird es bei mir auch eine Pizza mit frischem Burrata, Paradeisern und Ruccola. Der Teig ist perfekt und dem Belag schmeckt man an wie qualitativ hochwertig er ist. Obwohl von der Vor- und Hauptspeise schon eigentlich satt, werfen wir einen Blick in die Dolci Karte und werden nach der Bestellung nicht enttäuscht. Die drei verschiedenen Sorbets (Birne, Cassis und Blutorange) sind so fruchtig und frisch. Die Crema di ricotta zwischen Panettone-Teigblättern und Feigensenf ist eine Geschmacksoffenbarung und ein herrlich kreatives Dessert.

Auf einen Absacker in den Dachboden

Im Dachboden, ja im obersten Stock, des 25Hours Hotels unbedingt noch einen Drink genießen – am besten einen London Mule. Von Montag bis Sonntag ist hier immer was los: internationale Hotelgäste nebst einheimischen Hippstern und einfachen Touristen. Zusammengewürfeltes Mobiliar, das großteils aus kleineren und größeren Sofagruppen besteht, kreiert eine hippe Bar mit Wohnzimmerflair. Highlight ist aber die große Terrasse. Jetzt im Winter zwar nur von den Rauchern bevölkert, ist sie im Sommer the place to be mit Traumaussicht auf die Wiener Innenstadt.

Alles Veggie – Die Hollerei

Das Restaurant Hollerei ist ein rein vegetarisches Lokal im zugegeben nicht ganz zentral gelegenen 15. Wiener Bezirk. Für mich als Vegetarier ganz ungewohnt die breite Auswahl auf der Menükarte. Das gefällt. Aber auch mein fleischfressender Begleiter ist begeistert von den spannenden Kreationen mit asiatischen und mediterranen Einflüssen.  Zu zweit machen wir uns gleich mal über die Gustovariation her: eine Vorspeisenplatte mit Samosas, Humus, Ziegenkäse und vielem mehr. So bunt so gut. Als Hauptspeise gibt es ein Wokgericht und eine Salat mit gegrillten Austernpilzen. Stellt euch vor: ein Dessert hatte auch noch Platz :). NEU:  Frühstück immer am Samstag & Sonntag von 09.00 bis 13.00 Uhr!

Café Jelinek

Nach dem Shopping auf der Mariahilfer Straße nehmen wir uns eine Auszeit im Cafè Jelinek. Die Zeit scheint stillgestanden. Das Jelinek ist eines der schönsten, originalen Wiener Kaffeehäuser. Hier sitzen Studenten am Notebook, ältere Herren blättern in Zeitungen und wir genießen einen großen Braunen samt hausgemachten extra flaumigen Zwetschgenkuchen. Das Mobiliar wirkt zwar wie am Flohmarkt, ist aber einfach nur original alt, was es umso charmanter macht. Hier kann man gut und gerne ein, zwei Stunden verbringen.

Café Schwarzenberg

Nach einem Bummel auf der Kärntnerstraße einfach von der Oper weiter über den Kärntnerring zum Schwarzenbergplatz und gleichnamigen Cafè schlendern. Wiens ältestes Ringstraßencafe hält die Kaffeehaustradition hoch. So findet man grantlerte Oberkellner (die gehören in Wien einfach ins Kaffeehaus), die einem aber die Wünsche von den Augen ablesen, gemütliches Jugendstil Ambiente und eine große Kuchenvitrine. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Das Café ist immer gut gefüllt, der Duft von Arabica Bohnen hängt genauso in der Luft wie ein ständiges Gemurmel und Geplappere der Gäste. So muss Kaffehaus!

Ein Ohrenschmaus: Tanz der Vampire

Tanz der Vampire ist mein absolutes Lieblingsmusical. Zum dritten Mal hab ich es jetzt schon gesehen. Doch dieses Mal war es noch ergreifender, denn die Rolle des “Graf von Krolock“ sang Thomas Borchert. Ein Ohrenschmaus sag ich euch. Für mich gehört zu Wien ja Musical einfach dazu. Tanz der Vampire könnt ihr euch im Ronacher noch bis Juni 2018 ansehen. Im Raimund Theater läuft aktuell I am from Austria. Ein tolles mitreisendes Musical mit den Songs von Rainhard Fendrich, das ich beim letzten Wien Besuch gesehen habe. Den aktuellen Spielplan und was uns dieses Jahr sonst noch erwartet (Bodyguard als Musical – Achtung Spoiler) findet ihr auf der Website der Vereinigten Bühnen von Wien.

Nützliches & Tipps

Reiseinformationen auf einen Blick, die Vienna City Card (die auch ich hatte und einfach nur praktisch ist), bis zum Stadtplan, eine Übersicht über alle aktuellen Events und mehr findet ihr auf der Seite von Wien Tourismus. Tipp: die Vienna City Card (24/48/72 Stunden) gilt jetzt neu auch als Hop-On Hop-Off Ticket für Big Bus Vienna.

Ein Schlusswort

Wie ihr seht, hat es uns hier in Wien von morgens bis abends an nichts gefehlt. Ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch, denn Wien nur du allein sollst die Stadt meiner Träume sein.

*Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung vom Hotel Harmonie Vienna und Wien Tourismus statt. Wie immer spiegelt der Beitrag meine persönlichen Eindrücke und meine Meinung wider.

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