Was kann man machen, wenn es einem in plötzlich Bangkok zu laut, zu quirlig und zu schnell wird, oder man schon alles gesehen hat? Im folgenden Blogbeitrag habe ich drei Tipps für Euch, um einen halben bzw. ganzen Tag der pulsierenden Hauptstadt Thailands zu entfliehen, ein wenig Ruhe zu tanken und interessante B-Sides der Stadt bzw. Umgebung zu erkunden.

Halbtägige Biketour durch die grüne Lunge Bangkoks – Bang Krachao
Ausflugstipp Nummer eins ist eine Halbtagestour für alle, die nichts gegen eine kleine Portion Aktivität haben. Die Biketour buchen wir ganz unkompliziert online bei Thailand Biking. Dort beginnt das Erlebnis auch. Wir haben die Wahl zwischen einer Tour beginnend um 8:00 Uhr morgens, oder um 13:00 Uhr nachmittags und bevorzugen den früheren Termin, weil es in der Früh ganz einfach noch nicht so heiß ist. Andreas, der niederländische Founder begrüßt uns sowie die vier weiteren Teilnehmer der Tour und nach einer kurzen Einweisung durch unseren Tourguide Alexander startet der Ausflug. Das Tragen eines Helms ist optional, aber – wer den Verkehr in Thailand kennt – ratsam. Wir fahren keine E-Bikes, sondern ganz klassische Gang-Fahrräder, die ausschließlich mit Beinkraft angetrieben werden.
Bang Krachao ist eine Enklave der Ruhe inmitten der pulsierenden Stadt Bangkok – quasi ein riesengroßer bewohnter Park.
Nach einem zehnminütigen Pedalritt bringt uns eine Fähre über den Chao Praya River nach Bang Krachao, nach weiteren 20 Fahrradminuten entlang einer stark befahrenen Hauptstraße, entweichen wir der Hektik des Verkehrs, der Hektik Bangkoks.

Was erleben wir alles während unserer Tour?
Bei dieser Biketour gilt: Der Weg ist das Ziel, wobei auch die vielen Einzelziele wirkliche Highlights sind. Die insgesamt ca. 15 km lange Tour führt uns entlang von Kanälen, durch Communities, durch den Dschungel und vorbei an spannenden Plätzen und interessanten Menschen. Manchmal radelt man fast durch die Wohnzimmer der Bewohner Bang Krachaos. Der erste Stopp ist ein kleiner, aber sehr sehenswerter Tempel – Wat Pariwat. Stünde dieser im Zentrum Bangkoks, wäre er bestimmt gut besucht. Hier allerdings sind wir sechs Bike-Tour-Teilnehmer die einzigen Besucher. Guide Alexander erklärt uns auf pfiffige Art und Weise Wissenswertes und – selbst für uns Thailand-Erfahrenen – immer wieder Neues. Auch in einem wirklich sehenswerten Hindutempel, ein weiterer Stopp im Rahmen der Biketour – erfahren wir von unserem Guide interessante und lustige Facts. Ein ganz besonderes Highlight ist der Besuch einer Thai-Boxing Schule, in der wir die Grundzüge dieses Sports erfahren- und vor den gestrengen Augen des Chefs auch ausprobieren dürfen. Wirklich sehr lustig und schweißtreibend. Der Wasserhaushalt kann aber permanent aufgefüllt werden – Wasser steht jederzeit kostenlos zur Verfügung. Den Abschluss bildet ein inkludiertes Mittagessen in einem traditionellen thailändischen Restaurant. Nur wer Lust auf ein Bier hat, muss dieses selbst bezahlen, der Rest ist inkludiert. Nach dem Essen geht´s wieder via Fähre und Pedalkraft zurück ins Headquarter.
Tipps:
- Vormittagstour buchen, um der gröbsten Hitze zu entkommen.
- Safety first: Helm tragen! Thailand tickt verkehrstechnisch anders.
- Tourguide Alexander ist wirklich empfehlenswert.

Ganztagesausflug nach Ayutthaya
Ayutthaya war von 1350 bis 1767 Thailands Hauptstadt und liegt 90 Minuten nördlich von Bangkok. Die Private-Tour startet in unserem Fall um 7:30 Uhr in der Früh – wir werden direkt im Hotel von unserem deutschsprachigen Tourguide abgeholt und zusammen mit dem Fahrer starten wir in einen abwechslungs- und ereignisreichen Tag.

Station eins: Bang Pa-In
Die riesige Anlage Bang Pa-In war in früheren Tagen die Sommerresidenz von König Rama V. Das spannende daran sind die vielen Gebäude in unterschiedlichen Stilen, denn hier treffen sich europäische, chinesische und thailändische Architektur. Hand aufs Herz: Für uns war das der unspektakulärste Teil des Ausflugs und hätten wir jetzt die Möglichkeit einen Programmpunkt zu canceln, dann wäre es wohl dieser. Aber in dieser Tonart geht es nicht weiter – ganz im Gegenteil.
Stationen zwei, drei und vier: Wat Phra Sri Sanpetch, Wat Yai Chaiya Mongkol, Wat Phra Mahathat
Diese drei Tempelanlagen lassen sich hier in einem Absatz zusammenfassen, sind aber jede für sich unterschiedlich und wirklich spektakulär – die Architektur ist beeindruckend. Die Geschichten dazu spannend. Im Wat Phra Mahathat etwa, können wir den bekannten Buddha-Kopf bestaunen, der in den Wurzeln eines Baumes eingeflochten ist.
Station fünf: Long-tailed-boat Trip rund um Ayutthaya Island
Nach einem sehr guten und authentischen Mittagessen am Fluss geht es weiter zum letzten Programmpunkt. Im Zuge dieser privaten Bootsfahrt können wir die Tempel nochmal vom Wasser aus bestaunen. Das spannende für uns aber war der Blick in die vielen Restaurants und Privathäuser im Vorbeifahren. Spannende Eindrücke, der ein oder andere Waran und viele Einblicke in das authentische Leben und Wohnen der Bewohner Ayutthayas. Auch der erfrischende Fahrtwind war zugegeben äußerst angenehm.
Tipp:
- In den Tempeln müssen Frauen lange Kleider bzw. Hosen tragen, sowie die Schultern bedecken. Auch für Männer gilt: lange Hosen. Da es aber sehr heiß ist und nicht nur Tempel am Programm stehen, empfehle ich zusätzlich auch luftige Kleidung mitzuführen und sich immer bei den Tempeln entsprechend zu umzuziehen.

