Manche Hotels besucht man wegen der Lage. Manche wegen des Wellnessbereichs. Und manche, weil das Essen allein schon eine Reise wert ist. Der Sonnenhof in Grän im Tannheimer Tal gehört definitiv zur letzten Kategorie.
Ausgezeichnet von Gault Millau ist das 4* Superior Haus „Gourmethotel des Jahres“ 2026 und wurde vergangenes Wochenende zu unserem kulinarischen Rückzugsort, bei dem Genuss, Gastfreundschaft und die Liebe zur Region im Mittelpunkt standen.
Über wie viele Hauben wir uns freuen durften, was uns überrascht und vielleicht gefehlt hat, im aktuellen Blogpost. (Werbung)


4*S Hotel Sonnenhof Grän
Eingebettet in die Tiroler Bergwelt, umgeben von Wiesen, Wäldern und Gipfeln, ist der Sonnenhof ein echtes Genießerhotel, das Natur, Gastfreundschaft und Kulinarik miteinander verbindet. Geführt wird das Haus von Familie Müller – und genau diese familiäre Handschrift spürt man vom ersten Moment an. Das 4-Sterne-Superior-Hotel ist mit rund 43 Zimmern und 8 Suiten bewusst kleiner und persönlich gehalten.
Kein riesiger Hotelkomplex, sondern ein Haus mit Charakter, in dem die Gastgeber noch präsent sind.
Morgens wird man nicht vom Verkehr oder vom Trubel geweckt, sondern vom sanften Bimmeln der Kuhglocken auf den umliegenden Wiesen. Die Berge sind nicht einfach Kulisse – sie gehören zum Erlebnis dazu. Auch die Einrichtung greift diese Verbindung auf: viel Holz, warme Materialien und Tiroler Gemütlichkeit treffen auf moderne Details. Zum Hotel gehören des Weiteren zwei A la Carte Restaurants, das Gourmetrestaurant (im Zuge der 3/4 Verwöhnpension), ein Wellness- und Spabereich, eine sehr gemütliche Lobbybar inkl. Terrasse.

Genuss vom Welcome Drink bis zum Fine Dining
Ein kleines Detail, das uns direkt positiv aufgefallen ist: Zur Begrüßung gibt es einen Welcome Drink und zwar ein Glas Crémant. Erwähenswert und beeindruckend zum einen deshalb, da ein Willkommensgetränk mittlerweile leider nicht mehr Usus ist und zum anderen, dass es sich um einen hochwertigen Crémant und nicht um einen billigen Schaumwein aus dem Supermarkt handelt. Hinter dem kulinarischen Konzept stehen unter anderem die Brüder Rainer und Patrick Müller: Rainer als Gastgeber, Sommelier und kulinarischer Kopf des Hauses, Patrick als Küchenchef, der im Gourmetrestaurant Alps & Ocean seine Handschrift zeigt. Besonders spürbar ist die Weinleidenschaft der Gastgeber. Die Weinkultur gehört zu den großen Stärken des Hauses: Eine außergewöhnliche Auswahl, persönliche Beratung und die Begeisterung für besondere Tropfen machen den Weinabend fast genauso spannend wie das Menü selbst. Die Weinkarte des Hauses wurde mehrfach ausgezeichnet und zählt zu den Aushängeschildern des Sonnenhofs.

Genießerwirtshaus Das Müllers
Unser erstes kulinarisches Erlebnis war das 2-Hauben-Wirtshaus des Hauses. Ohne Einschränkungen präsentiert sich das Genießerwirtshaus Das Müllers (2 Gault-Millau-Hauben), das eindrucksvoll beweist, dass Beef Tatar, hier übrigens exemplarisch gut, und heimisches Wild durchaus neben Austern auf der Karte stehen können und eine französische Tarte mit Eiscreme aus mexikanischer Vanille bodenständige Spezialitäten absolut bereichert. Was hier sofort auffällt: Trotz Auszeichnung und Anspruch bleibt die Atmosphäre locker. Keine steife Fine-Dining-Distanz, sondern ein entspannter Abend mit wunderschönem Terrassenplatz, Bergblick und einem (na gut es waren drei :)) guten Glas Wein.

Alps & Ocean
Der zweite Abend war dann ganz klar das kulinarische Highlight unseres Aufenthalts: Fine Dining im Gourmetrestaurant Alps & Ocean. Im mit 4 Hauben ausgezeichneten Fine Dining Restaurant zeigt der Sonnenhof seine ganze Stärke. Alpine Produkte treffen auf internationale Einflüsse, Tirol trifft auf die Welt. Das Konzept passt perfekt zum Namen: Berge und Meer, Heimat und Ferne, Vertrautes und Überraschendes. Jeder der acht Gänge war präzise komponiert und zeigte viel Gespür für Aromen und Texturen.
Genau diese Balance macht für mich die Kunst eines guten Fine-Dining-Erlebnisses aus: Es darf kreativ sein, aber der Genuss muss immer im Mittelpunkt stehen.
Bereichernd und spannend die Weinbegleitung von Gattin Christine Müller dazu. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein“, gibt Rainer Müller schmunzelnd zu. „Aber was soll ich machen. Wein ist nun mal meine Leidenschaft!“ Und so hat er im Laufe der Zeit über 2.900 außergewöhnliche Weine zusammengetragen. Statt Mainstream gibt’s jede Menge Raritäten, respektable Jahrgangstiefen, Großformate und spannende Neuentdeckungen. Nicht zu vergessen den fulminanten Bereich der Champagner. Begeistert zeigt sich von Müllers Weinbuch nicht nur Gault Millau, der 2022 den Titel „Weinkarte des Jahres“ verlieh. International unterstrich dies auch der Wine Spectator, der den Sonnenhof 2025 als einen von nur acht Betrieben in ganz Österreich mit zwei Gläsern und dem „Best of Award of Excellence“ prämierte. Ein önologischer Ritterschlag – Rainer Müllers fantastische Weinkarte findet sich damit nun weltweit in illustrer Gesellschaft.

Wellness im alpinen Stil
Nach so viel Genuss braucht es natürlich auch Entspannung. Der Wellnessbereich des Sonnenhofs ist großzügig gestaltet und passt perfekt zum Haus: alpiner Stil, natürliche Materialien und viele Rückzugsmöglichkeiten. Der Saunabereich wurde vor gut zehn Jahren neu gestaltet und sieht noch immer ganz frisch aus. Neben den Saunen gibt es einen Whirlpool sowie einen beheizten Indoorpool, der auch im Sommer ganz wunderbar zu nutzen ist. Vom Wellnessgarten mit zahlreichen Liegen und Daybeds sinds nur ein paar Schritte zur Erfrischung. Massagen und Beautytreatments gibt es im Dachgeschoss des Hotels und ihr kann ich euch die Massagen bei Patricia nur ans Herz legen.


Ausflugstipp: Märchenschlösser und Burgen rund ums Tannheimer Tal
Wer nach all den Genussmomenten Lust auf einen Ausflug bekommt, hat rund um den Sonnenhof eine richtig schöne Auswahl an kulturellen Highlights. Ein Klassiker ist natürlich ein Besuch der berühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau bei Füssen. Die beiden Schlösser liegen nur rund eine halbe Autostunde vom Tannheimer Tal entfernt und zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region. Besonders Schloss Neuschwanstein, das von König Ludwig II. ab 1869 erbaut wurde, wirkt mit seiner Lage hoch über der Landschaft tatsächlich wie ein Märchenschloss – nicht umsonst gilt es als eines der ikonischsten Bauwerke Europas.Ebenfalls empfehlenswert ist die Burgenwelt Ehrenberg bei Reutte. Die historische Anlage mit Ruinen, Museum und der spektakulären Hängebrücke highline179 verbindet Geschichte mit einem kleinen Abenteuer und bietet beeindruckende Ausblicke auf die Tiroler Bergwelt. Wunderschön auch der Haldensee: 2 Km Fußweg vom Hotel entfernt. Ideal auch für die morgendliche Laufrunde. Den See umrundet man in 4 Kilometer.

Kleine Punkte, die man verbessern könnte
Bei aller Begeisterung gibt es auch ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind.
- Für ein Hotel, das so stark über Genuss positioniert ist, hätte ich mir auf den Zimmern eine Kaffee- oder Teemöglichkeit gewünscht. Eine Kaffeemaschine oder zumindest ein Wasserkocher wäre ein schönes Detail gewesen. Auf Nachfrage wurde uns immerhin ein Kühlschrank gebracht, denn auch dieser ist nicht Standard im Zimmer.
- Ein Fitnessstudio gibt es im Haus leider nicht. Aufgrund der Lage ist das aber vermutlich für viele Gäste kein großer Nachteil – die Natur mit Sportmöglichkeiten Sommer wie Winter (Wandern, Biken, Golf, Skifahren) wartet direkt vor der Tür.
- Das Frühstücksbuffet ist solide und bietet alles, was man für einen guten Start braucht. Als Genussliebhaberin hätte ich mir bei den à la carte Frühstücksgerichten allerdings noch ein inkludiertes Signature-Highlight gewünscht. Gerade in einem Genusshotel wäre ein besonderes Frühstücksgericht eine schöne Ergänzung gewesen. Egg Benedict wäre beispielsweise nur gegen Aufpreis erhältlich gewesen.
