Eine Flusskreuzfahrt mit der MS Douro Spirit auf dem Douro ist eine Reise für Genießer. Für Menschen, die Landschaften gerne langsam an sich vorbeiziehen lassen, kleine Orte entdecken, zwischendurch ein Glas Wein trinken und trotzdem jeden Tag etwas Neues erleben möchten. Wie viele Pastel de Natas ich gegessen und wie viele Gläser Portwein ich getrunken habe sowie die Must Sees und Dos auf der Reise: hier im aktuellen Blogbeitrag. (Werbung)

Die Route am Douro
Unsere Reise auf der MS Douro Spirit auf dem Douro begann und endete in Porto – und schon allein deshalb war die Route etwas Besonderes. Denn Porto ist eine Stadt, für die man unbedingt ein bisschen Zeit einplanen sollte. Mehr dazu später. Doch der eigentliche Zauber dieser Reise lag für uns auf dem Fluss: in den Weinbergen, den kleinen Orten am Ufer, den Ausflügen ins Douro-Tal und vor allem darin, dass der Douro tagsüber gefahren wird. Während man auf anderen Flüssen häufig nachts unterwegs ist, konnten wir hier jeden Tag die Landschaft beobachten. Und davon gab es reichlich.
- Tag 1: Porto / Vila Nova de Gaia – Einschiffung
- Tag 2: Vila Nova de Gaia – Régua – Pinhão – Ausflug zum Mateus-Palast und zu einer Quinta mit traditionellem Abendessen
- Tag 3: Pinhão – Vega de Terrón – Ausflug nach Castelo Rodrigo
- Tag 4: Barca d’Alva – Tagesausflug nach Salamanca mit Mittagessen und Flamenco-Show (haben wir ausgelassen da knappe 40 Grad)
- Tag 5: Barca d’Alva – Pinhão – Régua – Ausflug zur Quinta do Seixo mit Weinprobe
- Tag 6: Régua – Vila Nova de Gaia – Ausflug nach Lamego
- Tag 7: Vila Nova de Gaia / Porto – Stadtrundfahrt durch Porto mit Besuch einer Portweinlodge
- Tag 8: Vila Nova de Gaia / Porto – Ausschiffung und Heimreise
Porto – der perfekte Anfang und das große Finale
Porto ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für eine Douro-Kreuzfahrt. Wir hatten genügend Zeit, die Stadt vor beziehungsweise nach der Reise ausgiebig zu erkunden – und das lohnt sich wirklich. Besonders beeindruckt hat uns die Altstadt. Sie liegt auf den Hügeln über dem Douro und wirkt mit ihren verwinkelten Gassen, bunten Häusern und kleinen Plätzen unglaublich lebendig. Ein besonderes Erlebnis ist schon die Fahrt mit der Seilbahn hinauf in die Altstadt. Von dort aus lässt sich Porto wunderbar zu Fuß entdecken. Ein Highlight ist natürlich der Spaziergang über die große Brücke hoch über dem Douro. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf den Fluss, die Stadt und die gegenüberliegenden Ufer. Im Rahmen eines Ausflugs ging es für uns außerdem hinauf zur Kathedrale und zum Bahnhof. Gerade der Bahnhof ist ein Ziel, das man sich in Porto nicht entgehen lassen sollte. Und weil wir schon einmal unterwegs waren, führte der Ausflug anschließend weiter bis zum Atlantik. Aber Porto muss man nicht ausschließlich im Rahmen organisierter Ausflüge kennenlernen. Im Gegenteil: Einfach loslaufen, durch die Einkaufsstraße bummeln, in kleine Gassen abbiegen und sich treiben lassen. Überall findet man Cafés, Bars und kleine Vinotheken.
Mal eben einen Kaffee trinken, irgendwo ein Glas Wein probieren und natürlich Pastel de Natas naschen (das Linzer Kipferl unter den süßen portugiesischen Backwaren).
Und dann wäre da natürlich noch das Thema Portwein. Eine Portweinverkostung in einem der Keller am Douro gehört für uns ganz klar zu einem Porto-Besuch dazu. Die Atmosphäre in den alten Kellern, die Geschichte des Portweins und natürlich die Verkostung selbst sind ein perfekter Abschluss für einen Tag in der Stadt. In Erinnerung bleiben wir in jedem Fall aber die Einfahrt nach Porto zum Sonnenuntergang mit der MS Douro Spirit. Ein einstündiges Erlebnis der Sonderklasse.

Endlich auf dem Douro
Dann beginnt die eigentliche Flussreise. Und was uns besonders gut gefallen hat: Auf dem Douro ist der Weg das Ziel. Links und rechts ziehen die Hänge des Douro-Tals vorbei, bedeckt von Weinreben, die sich teilweise terrassenförmig bis hinunter zum Fluss ziehen. Immer wieder verändert sich die Landschaft. Mal wird das Tal enger, dann öffnet es sich wieder. Kleine Orte tauchen auf, verschwinden hinter einer Flussbiegung und plötzlich ist wieder nichts zu sehen außer Weinbergen und den warmen Farben der portugiesischen Landschaft. Auf vielen anderen Flusskreuzfahrten legt das Schiff nachts große Strecken zurück.
Auf dem Douro ist das anders. Hier fährt man tagsüber – und das bedeutet: Fensterplatz, Sonnendeck oder einfach draußen sitzen und schauen.
Zu einer Douro-Flusskreuzfahrt gehören natürlich auch die zahlreichen Schleusen. Jede Schleusendurchfahrt war für uns ein kleines Highlight an Bord. Schon spannend zu beobachten, wie das Schiff in die Schleuse einfährt, sich die Tore schließen und der Wasserstand verändert wird. Und weil man auf dem Douro eben nicht nur nachts unterwegs ist, bekommt man diese besonderen Momente auch mit. Man erlebt die Strecke wirklich – und nicht nur die Orte, an denen man anlegt. Highlight ganz klar die Carrapatelo Schleuse mit 35 Metern – damit ist sie die höchste der fünf Douro-Schleusen.

Régua – Mateus Palast & eine typische Quinta
In Régua stand ein Ausflug zum Mateus-Palast auf dem Programm. Der barocke Palast mit seinem Garten ist beeindruckend und eine schöne Ergänzung zur Landschaft des Douro. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns aber der anschließende Besuch einer Quinta, also eines traditionellen Weinguts. Bei einer Führung konnten wir mehr über die Weinproduktion erfahren, bevor ein traditioneller Abend mit Essen, Wein und Live-Unterhaltung folgte.

Pinhão – Castelo Rodrigo & Morningrun durch die Weinberge
Pinhão bleibt für mich wegen eines ganz persönlichen Erlebnisses in Erinnerung: meinem Morningrun in die Weinberge. Früh am Morgen durch diese Landschaft zu laufen, während der Douro noch ruhig daliegt, ist ein Erlebnis, das man bei einer solchen Reise nicht planen kann – aber unbedingt genießen sollte. Nach dem Frühstück an Bord der MS Douro Spirit ging es bei einem Ausflug nach Castelo Rodrigo. Das kleine historische Dorf liegt nicht direkt am Douro, sondern auf einem rund 820 Meter hohen Hügel nahe der spanischen Grenze – und damit in einer Landschaft, die wieder ganz anders aussieht als das Douro-Tal. Schon beim Spaziergang durch die engen, kopfsteingepflasterten Gassen fühlt man sich ein wenig ins Mittelalter zurückversetzt. Natursteinhäuser, alte Mauern und die Reste der Burg erzählen von der bewegten Geschichte des Ortes, der mittlerweile zu den zwölf historischen Dörfern Portugals zählt. Castelo Rodrigo war über Jahrhunderte ein wichtiger portugiesischer Grenzort und entsprechend wehrhaft wurde das Dorf angelegt.
Besonders schön fanden wir die Atmosphäre: klein, ruhig und ursprünglich.
Ideal zum Shoppen von Mitbringseln für die Daheimgebliebenen: Sachen wie Hüte, Taschen aus Kork, gebrannte Mandeln oder der Kirschlikör. Gibts dort auch alles zum Verkosten.

Régua – auf eigene Faust
Régua haben wir auf eigene Faust erkundet. Denn manchmal braucht es gar keinen großen Ausflug. Einfach von Bord gehen, loslaufen und schauen, was kommt. Die kleine Stadt eignet sich wunderbar zum entspannten Durchschlendern. Besonders schön ist die lange Uferpromenade, die sich hervorragend für einen Spaziergang eignet – oder für eine morgendliche Laufrunde.

Lamego – die Himmelstreppe wartet
Wenn ich einen Ort auf der Reise als „Must“ bezeichnen müsste, wäre Lamego ganz weit vorne. Der Grund ist schon von Weitem zu erkennen: die berühmte Himmelstreppe, die hinauf zum Heiligtum führt. 686 Stufen führen hinauf zum Heiligtum – und jede einzelne lohnt sich. Die barocke Himmelstreppe ist nicht nur beeindruckend, sondern mit ihren Brunnen, Figuren, Kacheln und verschiedenen Terrassen selbst schon eine Sehenswürdigkeit. Oben angekommen, wird man außerdem mit einem fantastischen Blick über Lamego und die Umgebung belohnt. Und natürlich darf bei einem Besuch in Lamego auch eine kleine kulinarische Pause nicht fehlen. Mit Pastel de Nata und dem Spumante.

Die Route – das eigentliche Erlebnis
Wenn ich die Reise heute noch einmal Revue passieren lasse, waren es gar nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Es waren die vielen kleinen Momente dazwischen. Der erste Blick am Morgen auf den Douro. Der Morningrun durch die Weinberge. Die langen Fahrten tagsüber. Das Warten vor einer Schleuse und dann das faszinierende Beobachten, wie sich der Wasserstand verändert. Der Port & Tonic am Sonnendeck. Und natürlich die schier endlosen Weinberge. Eine Antwort bin ich euch noch schuldig: Pastel de Natas waren es in Summe vier, und Portwein waren es in der Tat ebenfalls nur vier Gläser. Das Dourotal gibt aber neben Portwein noch viel mehr an Wein her, diesen hab ich in jedem Fall ausgiebiger verkostet :)). Zu unserem Schiff der MS Douro Spirit verfasse ich bald einen eigenen Blogpost und verlinke euch diesen hier. Alle Infos zur Route und Buchungsmöglichkeiten findet ihr bei GTA Touristik>>.
