Im tunesischen Wüstencamp: Der Luxus des Einfachen

Drei Tage lang ohne Dusche, ohne Strom, ohne fließend Wasser, ohne WIFI, ohne Handyempfang. Es war eine Erfahrung der besonderen Art, die ich keinesfalls missen möchte: meine Auszeit im Wüstencamp Camp Mars mitten in der Sahara. Der Name kommt nicht von ungefähr. Gelb, roter Sand,  ein schroffer Berg, der sich aus Sanddünen erhebt, karge Sträucher, absolute Stille und inmitten ein Zeltcamp, in dem genauso gut Forscher leben könnten, die auf Expeditionreise am Mars sind.

Abgeschottet von der Außenwelt. Genau dieses Gefühl soll auch vermittelt werden, 100 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. 

Ins Camp kommt man nur mit speziellen Jeeps, die von erfahrenen Fahren gelenkt werden, die einerseits wege- und ortskundig sind und anderseits mit dem Sand umzugehen wissen.

 

Der Luxus des Einfachen: Das Leben im Camp

Das Leben im Camp ist ein einfaches. Gelebt wird nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Es gibt keine fixen Essenszeiten. Das Frühstück wird aufgebaut kurz nach Sonnenaufgang. Da wenn die ersten Frühaufsteher, die sich das morgendliche Spektakel der aufgehende Sonne nicht entgehen lassen wollen, von der Sanddüne runterklettern.

Am frühen Nachmittag wird ein Picknick ca. zwei Kilometer vom Camp entfernt aufgebaut. Ein Traum aus 1001 Nacht.

Bei Sonnenuntergang versammeln sich die Gäste am Lagerfeuer oder im Hauptzelt. Ein Teil der Gruppe musiziert gemeinsam. Die Flasche Wein geht reihum. Die Gespräche werden vertieft. Das Abendessen wird im Hauptzelt serviert. Gekocht wird landestypisch und frisch. Es schmeckt wunderbar. Danach schnappt man sich seine Taschenlampe oder seine Laterne und sucht sich den Weg in sein Zelt.

Das Zelt

Geschlafen wird zu zweit oder dritt in einem sehr geräumigen Zelt. Ausgelegt sind sie mit Teppichen. Die Einrichtung ist spartanisch, bestehend aus zwei Pritschen mit guten Matratzen und warmen Bettzeug. Die Einrichtung wird vervollständigt durch einen kleinen Nachttisch. Durch Tücher abgehängt, gelangt man ins „Badezimmer“. Dieses besteht aus einer einfachen Konstruktion um sich das Gesicht zu waschen und Zähen zu putzen, sowie einer trockenen Toilette. Heißt: ein Plumpsklo mit Sägespännen. Aber keine Angst, es gibt auch ein gemauertes „Badehaus“, in dem Toiletten mit fließend Wasser zur Verfügung stehen. Meine Tipps für die Packliste hab ich euch am Ende des Beitrages noch zusammengefasst.

Inhale & Exhale: Yoga & Meditation in der Wüste

Egal ob zu Sonnenaufgang oder – untergang:

Einen Sonnengruß auf einer Sanddüne zu praktizieren während die Sonne am Horizont aufgeht und die Sanddünen ringsum in gelbes Licht taucht oder seine Asanas zu perfektionieren während die Sonne am Ende des Zeltcamps langsam verschwindet und den Abendhimmel in rosa und blaues Licht taucht, ist eine unglaubliche Erfahrung für Körper und Geist.

Die ungewöhnliche Stille in der Wüste lädt auch zu Gruppen- oder Einzelmeditation. Aufgrund des Fehlens von Ablenkung wie Fernsehen, Radio, Internet, Telefonie und auch Freizeitangebot wird man wohl oder übel dazu gezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen. Auch mal gut. Wer Lust auf Action und Programm hat, der kommt im Camp aber genauso auf seine Kosten: Egal ob beim Dune Bashing, Dromedar Trekking, Quadfahren oder Wüstenwandern. In Absprache mit Campbetreiber Riad ist so gut wie alles möglich. Selbst DJ und Musique Festivals werden organisiert. Also ab in die Wüste!

Weniger ist mehr: Die Packliste

Weniger ist in der Wüste mehr.

  • Kleine Sporttasche verwenden, denn ein Koffer ist unhandlich und braucht zu viel Platz im Jeep.
  • Ein abgespeckter Kulturbeutel reicht. Duschen ist quasi nicht möglich und somit kann sich das Toilettezeug auf Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm, Gesichtscreme, Deo, Abschminktücher beschränken.
  • Warme Kleidung: Je nach Reisemonat kann es wirklich kalt werden in der Wüste, insbesondere nachts! Unbedingt Temperaturen vorab checken und entsprechend Daunenjacke, Socken, langes Schlafgewand mitnehmen.
  • Schuhe: Highheels könnt ihr zuhause lassen. Schuhwerk mitnehmen, das sandig werden kann und mit dem ihr auf die Dünen klettern könnt ->Sportschuhe
  • Taschenlampe einpacken: Es gibt nur im Hauptzelt elektrischen Strom!
  • Lesematerial & Musik: Fürs Entertainment ist man großteils selbst verantwortlich.
  • Powerbank & aufgeladene Kameras samt Reserveakku: Wie gesagt es gibt nur im Hauptzelt Strom und eine begrenzte Zahl an Steckdosen.
  • Reisehandtuch: es wird ein kleines Handtuch vom Camp gestellt. Ich hab aber lieber mein eignes praktisches von Reinzeit (schnelltrockned, ultraleicht) mit dabei.
  • Feuchttücher: Die für Babies oder die Erwachsenenvariante zB von Tempo machen eine Katzenwäsche möglich.
  • Bedenkt, alles was ihr in die Wüste mitnehmt ist definitiv sandig.

Alle Infos zum Camp in Timbaine findet ihr hier>>
Termine und Infos auch unter: https://www.facebook.com/CampementMars/

Infos zu Tunesien bekommt ihr >>hier

Before & After

Tipps für eine generelle Rundreise bzw. für die Tage vor und nach dem Wüstencamp findet ihr in meinem zweiten Blogbeitrag>>

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