Landhaus zu Appesbach: Herrschaftlicher Herbstgenuss im englischen Landhaus

Urlaub am See und das im Herbst? Eine gute Idee! Die Herbstsonne, die die farbenprächtige Landschaft in goldenes Licht taucht, Nebelschwaden die morgens noch über dem See schweben, die frische Luft, die Abenddämmerung, die jeden Tag merklich früher kommt und den See wieder anders aussehen lässt und ringsum Berge, die zum Aktiv sein rufen. So passiert am Wolfgangsee im Salzkammergut. Nächtigen durfte ich dabei gar herrschaftlich nämlich im Landhaus zu Appesbach.

Der englische Landsitz: Landhaus zu Appesbach

Die Kiesauffahrt, die efeubewachsene Außenfassade, die grünen Fensterläden, der in roten Teppich gehüllte Stiegenaufgang, die umliegende, üppige Parkanlage:

Müsste ich einen ehemaligen Landsitz zeichnen, würde er vermutlich genau so aussehen wie das Landhaus zu Appesbach in St. Wolfgang am Wolfgangsee.

Schon vom Parkplatz aus, macht mein Herz einen kleinen Freudensprung. Dabei habe ich die nicht minder umwerfende Rückseite des Herrenhauses noch gar nicht erblickt. Dort nämlich tut sich das eigentliche Highlight auf: die Lage, erste Reihe fußfrei am Wolfgangsee inkl. Seeterrasse und eigenem Seezugang versteht sich. Das 1912 erbaute englische Herrenhaus wird seinem ersten positiven Eindruck auch innen gerecht. Romantisch kitschig mögen die einen sagen, opulent historisch vielleicht die anderen. Das stilvoll gediegene Interieur lässt jedenfalls sofort Gemütlichkeit aus einer anderen Zeit aufkommen. Die Liebe zum Detail zeigt sich in den vielen Gemälden an der Wand, den passenden dekorativen Elementen und dem Mobiliar aus längst vergangenen Tagen.

Zimmer

Wie es sich für ein in Mateschitz Eigentum befindliches Haus gehört, wird als Welcome Drink Kombucha gereicht. Mein Gepäck wird derweil vom Auto ausgeladen und gleich auf mein Zimmer gebracht. Insgesamt gibt es nur 20 Zimmer und Suiten im 4 Sterne Haus.

Ich bewohne ein Doppelzimmer Panorama Deluxe, das seinen Anspruch im Namen trägt und diesem auch gerecht wird.

Die Holzdielen ächzen ein wenig, das dunkle Holz wirkt in dem lichtdurchfluteten Raum edel und angemessen. Die hohen Räume mit den Holzbalken an der Decke sorgen genauso wie die blumigen Sofas und die Leselampen mit ihrem weichen gelben Licht für nostalgischen Flair. Das Badezimmer mit Fliesen, die man aus dem Altbau gewohnt ist, fügt sich perfekt ins Ensemble. Wunderbares Highlight ist der Balkon mit Blick auf den Wolfgangsee. Man könnte fast Steine ins Gewässer werfen, so nah liegt er vor einem. Was für ein Panorama. Aber nicht nur schön ist mein kleines Refugium auf Zeit, auch funktionell. Der moderne Flat Screen und die Minibar gehören genauso dazu wie die hochwertigen Amenities und der Handtuchwärmer im Badezimmer. Frische Blumen und ein Obstteller heißen mich willkommen. Das eigene Bücherregal samt ausgewählter Lektüre finde ich eine sehr nette Idee und lassen mich nebeliges Herbstwetter gut nutzen.

Herbst am Wolfgangsee

Der Herbst kann sich nebelig düster präsentieren oder in goldenem Schein. So oder so ist man im Landhaus zu Appesbach gut aufgehoben. Lesend zieht man sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee in sein gemütliches Zimmer oder in den Salon zurück. Ein kurzer 15 minütiger Spaziergang in das Städtchen geht auch bei Schlechtwetter ganz gut. Die Schokobrownie-Torte und der extra große Cappuccino in der Kaffeewerkstatt locken nämlich bei Sonne und Regen. Im Ort selbst findet man zahlreiche Touristengeschäften, mit mal mehr oder weniger Kitsch, genauso aber Fachgeschäfte mit regionalen Spezialitäten, die zum Verkosten und Kaufen laden. Für ein bisschen Bewegung: einen Yogakurs in der fußläufig erreichbaren Scalaria besuchen.

Bei Sonnenschein unbedingt das hauseigene, im Retrolook gehaltene, Elektroboot ausborgen und eine Stunde am See herum cruisen.

Danach bietet sich das Glas Champagner im Seerestaurant, der zweite hauseigene Kulinarikspot, fast aufdringlich an. Wanderwege gibt es rundherum genug. Prominentester Tipp natürlich der Schafberg samt dazugehöriger Schafbergbahn. Aber Achtung: Gerade im Herbst haben leider nicht mehr alle Hütten Betrieb. Für weitere Ausflugsmöglichkeiten steht das nette Team im Hotel gerne zur Verfügung.

Gespeist wird im Salon, auf der Terrasse oder am See

Gespeist wird im hauseigenen Restaurant – bei Morgensonne oder lauen Abenden gerne draußen auf der wunderbaren Terrasse. Im Herbst genießen Gäste das Frühstück, gleich wie das Abendessen im großen Salon. Als Frühstücksraum geeignet, finde ich das Ambiente am Abend leider nicht ganz so stimmig. Das traditionelle 3 Gänge Dinner, bestehend aus Kürbissuppe, Eierschwammerlknödel auf Blattspinat mit Kürbisragout und flaumigen Schupfnudeln, die Oma nicht besser machen könnte, und einem Birnenblätterteigstrudel, schmeckt vorzüglich. Wenngleich ich mir auch ein bisschen mehr Kreativität a la Hotel Grundlsee oder G’schlössl Murtal (beides ebenfalls Hotels aus dem Hause Mateschitz) gewünscht hätte.

Das Frühstück ist eine Mischung aus a la carte und Buffet. Sehr angenehm finde ich das.

Bestellt wird eine Etagere mit Wurst und Käse nach Wahl. Zusätzlich gibts aus der Karte einen Smoothie oder frisch gespressten Saft, Eiergerichte, gegrilltes Gemüse oder einen Porridge. Am Buffet finde ich Gebäck, weitere Käse- und Wurstspezialitäten, frisches Obst und die Müsli-Jogurtecke. Pluspunkt gibt es für das regionale Schafmilchjogurt. Minuspunkt gibt es für das leider zu trockene Brot und Gebäck.

 

Mehr Informationen zum Hotel findet ihr hier>>. Mein Aufenthalt fand auf Einladung statt. Wie immer spiegelt der Beitrag meine persönlichen Eindrücke und meine Meinung wider.

 

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