Ein Vegetarier an der Kamelfleisch-Straße!

Die Straße gibt’s wirklich und zwar im Süden des Omans – in Salalah. Die Geschichte schreib ich jetzt, da ich genau vor einem Jahr im Oman war und daran schöne und vor allem warme Erinnerungen habe. Sollte also noch jemand auf der Suche nach einem Geheimtipp für einen Badeurlaub jetzt im Winter oder Frühjahr sein, dann ist Salalah genau das richtige. (Immerhin herrschen dort ganzjährig um die 30 Grad) Nicht umsonst wird die Stadt im Südwesten des Sultanats Oman auch Karibik des Orients genannt. Und das ist kein abgedroschener Werbespruch! Glaubt mir, ich war auch schon in der Karibik!

 

 

Auch der Duft des Weihrauchs ist allgegenwärtig. Wer schon mal etwas von Salalah gehört hat, dann wahrscheinlich in Zusammenhang mit der berühmten Weihrauchstraße und den mehr als 5.000 Weihrauchsträuchern im Dhofar Gebirge.

Die Kamelfleischstraße und ich!

Und jetzt kommen wir zur ominösen Kamelfleischstraße. Leider kann ich euch nicht mal genau sagen wo sie liegt, denn wir sind damals in geheimer Mission von unserem Reiseleiter spät abends eingeschleust worden. Hintergrund war der, dass unsere Reisegruppe ein authentisches Abendessen wollte, dort wo auch Einheimische essen gehen. Nach einigem Hin und Her entschied sich unser Reiseleiter dann doch uns an die sogenannten Kamelfleischstraße mit zu nehmen – Nicht aber ohne uns das Versprechen abzuluchsen, uns unauffällig zu verhalten. Das war aber gar nicht so einfach, denn normalerweise essen dort nur männliche Einheimische und Touristen und Frauen haben dort gar keinen Zugang. Mit viel Überredungskunst durften wir dann in ein Zelt in der hintersten Reihe.

Zelt_Kamelfleischstrasse

Zelt an der Kamelfleischstraße

 

Angelegt ist die Kamelfleischstraße ein bisschen wie der Naschmarkt in Wien. Es gibt ungefähr 15 Stände, an denen ausschließlich Kamelfleisch in unterschiedlichen Arten zubereitet und verkauft wird: So wird es gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt etc. Insidertipp: An Stand Nr. 2 schmeckts am Besten (kann ich jetzt nur nachreden) und gekochtes Kamelfleisch ist vom Geschmack besser als gegrilltes oder gedünstetes.

Man bestellt an den Ständen und setzt sich dann in eines der ca. 20 Zelte, die hinter den Marktständen in Reih und Glied aufgefädelt sind. Dort sitzt man traditionell auf dem mit Teppich belegten Boden. Einige Kissen machen es gemütlich und das war es dann an Interieur.

 

 

 

Zu trinken gibt’s, Wasser, schwarzen Tee und natürlich Kamelmilch (die sehr gut und auch vor allem gesund ist). Nach ca. 20 Minuten, in denen die Männer der Reisegruppe dann auch in die „Küchen“ der Stände schauen durften, während wir Damen brav und „unauffällig“ im Zelt geblieben sind, wurde das bestellte Essen auf Platten zu uns gebracht inkl. Rohkostsalat, Jogurt und Fladenbrot. In der Mitte angerichtet, isst man traditionell mit den Fingern der rechten Hand aus den Schalen und Platten heraus.

 

Für mich als Vegetarier gab es jetzt zugegeben nicht die große Auswahl, aber das war mir im Vorfeld ja schon bewusst und das Erlebnis in einem Omani-Zelt zu sitzen und gemeinsam authentisch zu essen, hat das bestehende Hungergefühl am Ende auf alle Fälle aufgehoben.

 

 

In Erinnerung wird auch bleiben, dass sich unser omanischer Fahrer nicht mit uns im selben Zelt gesessen ist und er sich bevor wir alle zu essen anfingen ein eigenes Teller angerichtet hat. „Gemeinsam mit Frauen aus einer Schale zu essen wäre dann doch zu viel des Guten, er bitte um Verständnis“. So seine Begründung. Ließ mich im ersten Augenblick mal schlucken, aber wenn er es so empfindet, dann ist es wohl am Besten so für ihn. Traditionen werden eben noch groß geschrieben im Oman und dabei ist die Frau noch bei weitem nicht gleichberechtigt. Dem sollte man sich vor einem Oman-Urlaub auf alle Fälle bewusst sein.

 

Flug & Hotel

Flugtechnisch ist Salalah zugegebenen noch nicht ganz optimal erreichbar, aber dafür hat man auch ein außergewöhnliches Ziel. Mein Tipp an dieser Stelle: zB mit Emirates über Dubai fliegen oder mit Ethiad über Abu Dhabi, dort 2-3 Tage Stoppover einplanen für Shopping und Sightseeing und danach weiter nach Salalah. So werden einem auch deutlich die Gegensätze im Orient veranschaulicht. Den der Oman und eben auch Salalah haben rein gar nichts mit dem Luxus, der Modernität und dem Überfluss von Dubai oder Abu Dhabi zu tun. Salalah ist noch ursprünglich, ruhig und voller alter Traditionen.

In Salalah selbst hat zB FTI Touristik einige tolle Badehotels im Programm, darunter zB das Hilton Salalah oder das Crowne Plaza. Die beiden Hotels liegen direkt am Meer, an einem breiten, feinsandigen Strand mit unzähligen Palmen. Und mit viel Glück schwimmen am späten Nachmittag Delpine in ganzen Rudeln vorbei. Mir war dieses Glück vergönnt. Keine 5 Minuten nachdem ich aus dem Meer raus bin, sind ganz nah am Strand Delphin-Scharen vorbei geschwommen.

 

 

Must see in Salalah

Blowholes

 

Ein Must-See sind die Blowholes in Mughsail. Dort erwartet euch groteske Felsformationen, ein unberührter öffentlicher Strand und Löcher in der Erde aus denen Meerwasser fontänenartig, fauchend in die Höhe rauscht. Ein echt toller Ausblick aufs Meer ist das Highlight. Achtung: es ist zwar ein öffentlicher Strand und auch Touristen können dort Baden, aber nur Einhaltung der Sitte. Das heißt als Frau darf ich nicht im Bikini der Badeanzug dort baden!

 

Weihrauchmuseum

Wenn man Salalah kennt, dann wahrscheinlich aufgrund des Weihrauchs! Das Weihrauchmuseum ist sehr interessant und beim anschließenden Besuch des Weihrauch-Souk unbedingt unterschiedlichen Weihrauch kaufen. So billig und in der Qualität bekommt man ihn nirgends sonst!

 

Mirbat und Taqa

Interessant auch die Nachbarstadt Mirbat und Taqa, eine Stadt mit alten Steinhäusern, einem sehenswerten Fort und Wehrtürmen.

Hafen Mirbat

Hafen Mirbat

 

Fazit: Ich war von Salalah sehr beeindruckt: von der Landschaft, der Kultur und den Menschen und würde den Oman jedem der ein „Nicht-Standard-Urlaubs-Ziel“ sucht, empfehlen.

 

 

 

 

2 Comments

  • gerhard kohler sagt:

    wie muß frau in salalah oder ausserhalb zum baden gewandet sein ?

    • silvia-tichler sagt:

      Hallo Gerhard, an öffentlichen Stränden auf keinen Fall in Badeanzug und Bikini. Hier gelten wie generell Schultern und Knie müssen bedeckt sein und natürlich alles was dazwischen ist. Dh. am Besten komplett gewandet. An hoteleigenen Stränden bzw. Swimmingpools kann man natürlich in Bikini und Badeanzug baden gehen. Hoffe ich konnte helfen.

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