grätzlhotel am Karmelitermarkt – Wienerin auf Zeit

Während es in Wien Hotels aller Art, wie Sand am Meer gibt, warten auch einige spannende Unterkünfte darauf entdeckt und vor allem bewohnt zu werden. Zeit also bei unserem letzten Wienbesuch das sogenannte grätzlhotel am Karmelitermarkt zu testen – und sich ein bissl wie ein Wienerin zu fühlen.

Nächtigen im ehemaligen Geschäftslokal

Mutet es aufs erste vielleicht wie AirBnB an, ist das grätzlhotel weit mehr als ein Hotel oder eine vermietete Wohnung. Die individuell gestalteten Suiten befinden sich nämlich in ehemaligen Geschäftslokalen, denen neues Leben eingehaucht wurde.

Die Gäste residieren also nicht in privaten Wohnungen sondern in Schaufenstern, die zu durchgestylten Suiten umgemodelt wurden.

Wichtig beim Konzept: der Gast soll Teil des Lebens der Umgebung – seines Grätzels – werden und das Gefühl eines Zuhauses haben. Insgesamt gibt es in vier Wiener Grätzl (Belvedere, Karmelitermarkt, Neubau und Meidlingmarkt) die Möglichkeit in einer alten Trafik, einem ehemaligen Lampengeschäft etc. zu nächtigen. Die Suiten, werden aufgrund des Zugangs in Street Suites und Garden Suites bzw. aufgrund der Größe in Junior Suites (25 m²–30 m² ) und Suites (35 m²–40 m² ) unterschieden. Grätzl ist übrigens ein ostösterreichischer, umgangssprachlicher Ausdruck für einen Teil eines Stadtviertels. Die fast eigenständigen Mikro-Stadtteile bestechen über eine eigene Identität und besonderen Charme.

Der Vogelfänger am Karmelitermarkt

Eines dieser Hotels befindet sich in der Nähe des Karmelitermarkts. Im Haus an der Ecke Große Sperlgasse/ Karmelitergasse sind sieben Suiten im Erdgeschoß untergebracht. Die Zimmer sind gleich erkennbar, durch den aufgedruckten Buchstaben G im ehemaligen Schaufenster.

Wir dürfen die Garden Suite mit dem Namen DER VOGELFÄNGER bewohnen.

Am Eingang des Hauses befindet sich der Schlüsselsafe, wo wir mittels persönlichem Code, den wir vorab per Email erhalten haben, unseren Schlüssel beziehen. Während die Street Suites wie der Name schon vermuten lässt direkt an der Straße liegen – ja das haben Geschäftslokale so an sich, sind die Garden Suites so wie in unserem Fall meist in Innenhöfen versteckt. Was mir persönlich lieber ist, da ich mich so nicht ganz in der Auslage und auch ein bisschen sicherer fühle.

Industrial Design mit Spuren der Vergangenheit

Beim Eintreten durch den Innenhof sind wir gleich von der immensen Raumhöhe unserer Unterkunft beeindruckt, die die ohnehin knapp 40 Quadratmeter noch großzügiger erscheinen lässt.

Das Hotelzimmer wird hier definitiv mehr als zu einem Schlafplatz.

Unser Zuhause auf Zeit verfügt über eine Kitchenette, eine Garderobe, einen großen Tisch, an dem ich auch Freunde einladen könnte, eine Couch, ein wunderbares Kingsizebett, ein offenes Badezimmer plus separate Toilette. Die riesige Fensterfront lässt alles luftig erscheinen. Das Design kommt im Industrial Look daher, aufgepeppt mit Vintagestücken und bunten Tapeten. Einige Vogelkäfige lassen auf den Vogelfänger schließen und machen die Sache rund. Ich habe Platz zum Yoga praktizieren und zum Arbeiten. Ich habe hier einen Ort an dem ich mich nach einem aufregenden Wientag zurückziehen kann. Wir haben es geliebt mit einem Gläschen Wein am Tisch zu sitzen, Radio zu hören, den Tag Revue passieren zu lassen und Pläne für den Abend und den nächsten Morgen zu schmieden. Mit den Erlebnissen im und rund um den Karmelitermarkt – die es übrigens in einem extra Blogbeitrag gibt – habe ich mich in der Tat, wenn auch nur kurz, wie eine echte Wienerin gefühlt.

Fazit Grätzlhotel am Karmelitermarkt

Das grätzlhotel ist eine wunderbar Alternative zu einem normalen Hotel und garantiert authentische Wienerlebnisse. Es ermöglicht einen ganz individuellen Aufenthalt und doch genießt man ein gewisses Hotelservice. Durch die Kooperationen mit Geschäften und Lokalen in der direkten Umgebung kann man sich beispielsweise einen Frühstückskorb ordern. Mit der eigenen App gibt es Tipps fürs Shopping, Sightseeing und den Restaurantbesuch. Auf Wunsch wird das Zimmer ab Tag drei gereinigt oder es werden Leifahrräder organisiert. Wir waren begeistert von dem Konzept, auch deshalb weil wir irrsinnig gerne auswärts frühstücken gehen, abseits vom klassischen Hotelbuffet. Alle kulinarischen Tipps in und rund ums Grätzl findet ihr in diesem Blogbeitrag>>. Die Junior Suite gibt es ab 120 Euro, die Suite ab 140 Euro pro Nacht. Prädikat: Sehr empfehlenswert. Wir werden auch die anderen grätzlhotels samt den zugehörigen Stadtvierteln testen. Alle Infos rund um die grätzlhotels findet ihr hier>>

Schreibe einen Kommentar